07.04.2007

TIEREUnmut über Knut

Im Berliner Zoo rechnet man an Ostern mit Rekordbesuch: Tausende Ausflügler wollen dem Eisbären Knut beim Herumturnen im Freigehege zusehen. In anderen deutschen Zoos hat der Rummel um den lakritznasigen Petz indes eine Art Futterneid ausgelöst. Es bleibe "ein übler Nachgeschmack", erklärte etwa eine Sprecherin des Zoos am Meer in Bremerhaven. Grund für die Klage: Über Wochen sind die Tierexperten dort wegen des Bärenbabys aus der Hauptstadt mit Fragen von Wissbegierigen genervt worden. Die Direktorin des Karlsruher Zoos, Gisela von Hegel, erblickt in der Berliner Knut-Show gar einen Verstoß gegen die hehren Ziele der Zoo-Pädagogik: "Wir wollen unseren Tierbestand als Wildtiere präsentieren und nicht als Individuen", mahnt die Zoochefin. Besorgt um den Lerneffekt bei den Bärenfans, mäkelt Hegel, eine einzelne Tierpersönlichkeit passe "nicht in die Vermittlung einer Population". Und auch im Wuppertaler Zoo grummelt man trotzig: "Es geht um alle Tiere, nicht um den Einzelnen."

DER SPIEGEL 15/2007
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