07.04.2007

ETHIKMehrheit für ärztliche Sterbehilfe

Leiden am Lebensende würden viele Bundesbürger gern mit professionellem Beistand abkürzen: In einer Umfrage für den SPIEGEL sprachen sich drei Viertel aller Befragten dafür aus, es sollte "für unheilbar erkrankte Menschen mit eng begrenzter Lebenserwartung die Möglichkeit geben, mit ärztlicher Hilfe ihr Leben selbst zu beenden". In den Niederlanden, Belgien und in der Schweiz ist dies für den Arzt straflos. Auch in Deutschland darf ein Arzt ein tödlich wirkendes Medikament verschreiben - der Staatsanwalt interessiert sich nicht dafür. Ist der Arzt jedoch im Raum, wenn der Patient das Bewusstsein verliert, muss er alles dafür tun, um den Lebensmüden zu retten; andernfalls macht er sich wegen unterlassener Hilfeleistung schuldig. Standesrechtlich drohen einem Mediziner Konsequenzen, wenn er einem Patienten beim Freitod hilft: Er kann seine Zulassung verlieren. In Deutschland ist jedoch noch kein solcher Fall bekannt geworden. Der 66. Juristentag hatte zuletzt die Freigabe des ärztlich assistierten Suizids gefordert. Auf Ärztetagen hatten Mediziner hingegen mit großer Mehrheit abgelehnt, die Beihilfe zum Freitod zur ärztlichen Dienstleistung zu machen.

DER SPIEGEL 15/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 15/2007
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

ETHIK:
Mehrheit für ärztliche Sterbehilfe

  • Konzernchef aus Schweden: "Ich habe einen Chip in meiner linken Hand"
  • Dänemark: Leuchtturm wird verschoben
  • "Mr Europa" Jean-Claude Juncker: Backpfeifen und Tanzeinlagen
  • Deutsches Flugtaxi Volocopter: Erster bemannter Flug in Singapur