07.04.2007

PSYCHIATRIEErinnerung weggezappt

Zielgerichtet lassen sich einzelne Erinnerungen auslöschen, wobei der Rest des Gedächtnisses unbehelligt bleibt - fast so wie im Science-Fiction-Film "Men in Black", in dem zwei Geheimdienstler Bürgern bestimmte Erinnerungen wegzappen. Eine ähnliche Methode haben französische Wissenschaftler von der Universität Paris-Süd in Orsay nun an Ratten erprobt. Zunächst wurden den Tieren unangenehme Erinnerungen eingepflanzt: Sie bekamen Elektroschocks, nachdem Warntöne erschallten. Immer wenn sie später die Töne hörten, zeigten die Tiere Angst. Schließlich wurde ihnen eine Substanz gegeben, die vorübergehend zu Vergesslichkeit führt. Um die zu löschende Erinnerung aufzurufen, wurden ihnen die Warntöne erneut vorgespielt - ohne dass sie jedoch einen Elektroschock bekamen. In Kombination mit dem Medikament war hinterher ausschließlich die unangenehme Erinnerung gelöscht - die Ratten zeigten keine Angstreaktion mehr beim Erklingen des Warnsignals.

DER SPIEGEL 15/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 15/2007
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

PSYCHIATRIE:
Erinnerung weggezappt

  • Atommüll-Endlager: Wie Morsleben stillgelegt werden soll
  • Anti-Brexit-Demo: "Ich mache das für meine Kinder"
  • Homosexualität in Uganda: Liebe unter Lebensgefahr
  • Schottische Insel: Der weltweit einzige Strand-Flughafen