07.05.2007

KONZERNEGutachter streiten um RAG

In der Auseinandersetzung zwischen RAG-Chef Werner Müller und Großaktionären des Essener Mischkonzerns wird es zu einem Gutachterstreit kommen. RWE und andere RAG-Eigentümer wie ThyssenKrupp hatten Müller vorgeworfen, mit dem ebenfalls an der RAG beteiligten Stahlunternehmen Areclor eine Sondervereinbarung getroffen zu haben, die vom Aufsichtsrat vorab hätte genehmigt werden müssen. Dabei handelt es sich um eine notarielle Vereinbarung, in der Arcelor weitreichende Optionen wie eine Kaufoption an der RAG-Kokerei Prosper, dem RAG-Versorgungsunternehmen Saar Ferngas sowie Stromlieferoptionen und Preisnachlässe bei Kokslieferungen in Aussicht gestellt werden. Darin hatte nicht nur RWE ein unzulässiges Koppelgeschäft gesehen und Konsequenzen gefordert. RAG-Aufsichtsratschef Wulf Bernotat beauftragte umgehend die Anwaltskanzlei Freshfields Brockhaus Deringer, ein Gutachten zu erstellen, das auf der inzwischen auf den 15. Mai terminierten Aufsichtsratsitzung präsentiert werden soll. Parallel dazu ha- ben nun auch Müller, die Arbeitnehmervertreter und Arcelor entsprechende Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Auch sie sollen auf der Sondersitzung präsentiert werden. Beobachter gehen davon aus, dass Freshfields die Rechtsauffassung von Müllers Kritikern teilen wird, während die anderen Gutachter sein Handeln rechtfertigen dürften. Ob es vor diesem Hintergrund eine Mehrheit für die Ablösung des RAG-Chefs geben wird, ist offen.

DER SPIEGEL 19/2007
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