26.05.2007

AKTIEN„Heuschrecken“ an der Börse

Die Chinesen denken pragmatisch. Um aus der Verwaltung ihrer gigantischen Devisenreserven in Höhe von 1,2 Billionen Dollar höhere Profite schlagen zu können, setzen sie auf einen neuen Trend: Anstatt wie die meisten großen Pensionskassen Geld jahrelang in Private-Equity-Fonds fest anzulegen, kaufen sie direkt leicht verkäufliche Anteile an deren Managementgesellschaften. Für drei Milliarden Dollar steigt die Pekinger Regierung als Minderheitsgesellschafter bei der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone ein. Der Branchenriese, der unter anderem an der Deutschen Telekom beteiligt ist, plant einen Börsengang. Die Chinesen rechnen damit, dass dann der Kurs ihrer "Heuschrecken"-Papiere kräftig anziehen wird. Ein vergleichbarer Börsengang der US-Beteiligungsgesellschaft Fortress ging bereits im Februar erfolgreich über die Bühne. Die Nachfrage nach den neuen Aktien übertraf zwar alle Erwartungen, inzwischen liegt der Kurs von Fortress-Anteilen rund 50 Prozent über dem Ausgabepreis. Trotzdem fragen sich Skeptiker, weshalb die bislang so verschwiegenen "Heuschrecken" die Öffentlichkeit suchen. Da die Zinsen für die Übernahmefinanzierungen und die Preise der Beutefirmen steigen, könnten die rosigen Zeiten des Gewerbes bald vorbei sein. Also wird jetzt noch an der Börse Kasse gemacht, bevor die Blase platzt, vermuten Kritiker.

DER SPIEGEL 22/2007
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