26.05.2007

ARABISCHE WELTPetro-Dollars für die Wissenschaft

Mit viel Geld und scharfer Selbstkritik kämpft der Herrscher von Dubai gegen die Bildungsmisere in der arabischen Welt. Auf der Nahostkonferenz des World Economic Forums in Amman gab Scheich Mohammed Ibn Raschid Al Maktum, gleichzeitig Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, die Gründung einer panarabischen Stiftung für Bildung und Wissenschaft bekannt; mit einem Kapital von zehn Milliarden Dollar ist das eines der größten derartigen Projekte weltweit.
Nach wie vor grassiere in der arabischen Welt der Analphabetismus, so Scheich Mohammed, nach wie vor seien Mädchen im Erziehungswesen benachteiligt, noch immer kümmerten sich die Regierungen nicht ausreichend um Wissenschaft und Forschung. Bereits 2003 hatte ein Uno-Report ähnliche Erkenntnisse publik gemacht: So meldete Ägypten von 1980 bis 1999 in den USA nur 77 Patente an; Südkorea brachte es im selben Zeitraum auf 16 328. Die Analphabetenrate unter Frauen in der arabischen Welt betrage etwa 43 Prozent, sagt Scheich Mohammed; auch bei der Zahl der Internet-Anschlüsse liegen die arabischen Staaten immer noch weit zurück. "Wir haben hier die ultimative Form der Vernachlässigung", so der Herrscher von Dubai: "Wir wissen, warum wir so rückständig sind, wir wissen, wie gefährlich das ist - und wir haben nichts dagegen getan." Sein Milliarden-Fonds, die Mohammed-Ibn-Raschid-Stiftung, soll nun in großem Maßstab Stipendien ausschreiben, Forschungszentren unterstützen und Bildungsinitiativen auf den Weg bringen - wozu der Scheich in Amman auch die übrigen Araberführer aufrief.

DER SPIEGEL 22/2007
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