06.08.2007

ARDFrüher Ärger um Stasi-Drama

Ein für 2008 in der ARD geplantes Stasi-Drama sorgt für Unmut beim Leiter der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe. In dem vom MDR in Auftrag gegebenen Fernsehfilm "12 heißt: Ich liebe dich" verliebt sich die DDR-Oppositionelle Regina Kaiser im Stasi-Gefängnis in ihren Verhörer Uwe Karlstedt. Mit einem selbsterdachten Zahlencode gestehen sie sich ihre Zuneigung, nach Kaisers Entlassung werden die beiden ein Paar. In einem Brief an MDR-Intendant Udo Reiter warnte Knabe, sollte der Film ausgestrahlt werden, würden mit Sicherheit Opferverbände protestieren. Der Film verharmlose die Tätigkeit der Stasi. Es gebe keinen Beleg, dass die angeblich authentische Geschichte nicht eine "nachträgliche Erfindung" sei. "Uns geht es darum, dass nicht der falsche Eindruck entsteht, die Untersuchungshaft sei eine Art Ehe-Anbahnungs-Institut gewesen", sagt Knabe. MDR-Fernsehdirektor Wolfgang Vietze hält dagegen, der Film zeige sehr wohl, wie brutal die Stasi vorgegangen sei. Auch Knabes Vorwurf, die Geschichte sei erfunden, sei falsch.

DER SPIEGEL 32/2007
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