06.08.2007

MEDIKAMENTEHirnschäden durch Ritalin?

Die amphetaminähnliche Psychodroge Ritalin, mit der hyperaktive und aufmerksamkeitsgestörte Kinder behandelt werden, könnte zu Langzeitveränderungen im Gehirn führen. Bei einer Untersuchung an Ratten, denen in frühem Lebensalter relativ hohe Dosen des Psychomittels gespritzt wurden, fanden Neurowissenschaftler vom New Yorker Weill Cornell Medical College nicht nur Verhaltensänderungen; sie stellten darüber hinaus in vier wichtigen Hirnregionen der Nager strukturelle und neurochemische Veränderungen fest. Zwar bildeten sich die Spuren im Kopf nach dem Absetzen des Mittels allmählich wieder zurück. Dennoch mahnen die Forscher zu erhöhter Vorsicht bei der Verschreibung: "Wir machen uns Sorgen über die Langzeitanwendung von Ritalin", erklärt Studienleiterin Teresa Milner, "vor allem dann, wenn sich die Behandlung über Jahre hinzieht." Derzeit wird das Psychomittel in klinischen Studien sogar schon bei Zwei- bis Dreijährigen getestet.

DER SPIEGEL 32/2007
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