20.08.2007

KARRIERENKleinfeld macht Kasse

Unter deutschen Managern macht sich eine Vollkaskomentalität breit - Millionengehalt bei begrenztem Risiko. So steigt Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld mit seinem geplanten Wechsel zum US-Aluminiumhersteller Alcoa dank diverser Nebenabsprachen in ungeahnte Gehaltshöhen auf. Übertrifft er die Vorgaben, kann er sein Grundgehalt von gut einer Million Euro auf rund 4,5 Millionen Euro steigern - und inklusive aktienbasierter Vergütungsbestandteile sein letztes Siemens-Gehalt von rund 3,6 Millionen Euro sogar toppen. Falls Kleinfeld bei Alcoa vorzeitig ausscheiden muss oder die Firma übernommen wird, sieht sein Vertrag zwei Jahresgehälter als Abfindung vor. Außerdem hat er Anrecht auf die Nutzung des Firmenjets und eine Umzugsbeihilfe in Höhe von knapp einer Million Euro. Als Sahnehäubchen erhält Kleinfeld zu seinem Amtsantritt am 1. Oktober ein Begrüßungsgeld (Signon-Benefit) in Höhe von 5,6 Millionen Euro, obwohl er bei Siemens nicht abgeworben wurde, sondern selbst zurücktrat. Die Summe muss er nur erstatten, wenn er in den ersten drei Jahren kündigt. Ein Alcoa-Sprecher rechtfertigt den Bonus mit Kleinfelds "phantastischen Managementqualitäten", außerdem habe er mehrere höher dotierte Angebote ausgeschlagen. Auch von Siemens erhält Kleinfeld zum Abschied gut vier Millionen Euro - zur Abgeltung einer Wettbewerbsklausel. Erst vergangene Woche hatten Aktionärsschützer Auswüchse bei der Zusage von Ruhestandsbezügen gerügt. Jüngstes Negativbeispiel: Der erst 44-jährige Utz Claassen, der demnächst seinen Arbeitgeber EnBW verlässt, soll nach nur kurzer Amtszeit ein Übergangsgeld von angeblich rund 400 000 Euro pro Jahr erhalten, bis er einen neuen Job gefunden hat. Dabei hatte er nach eigenen Angaben selbst gekündigt.

DER SPIEGEL 34/2007
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