03.09.2007

3. September 2007 Betr.: Titel

In der Wirtschaft fristeten die "Ökos" lange ein Schattendasein. Anfang der achtziger Jahre begannen alternative Bauern damit, Obst und Gemüse mitunter nach dem Mondkalender, vor allem aber ohne Chemie anzubauen - und boten ihre Ware in spartanisch eingerichteten Hof- und Stadtläden feil. Der spektakuläre Durchbruch der Biokost hat sie nun in eine tiefe Identitätskrise schlittern lassen. Seit Bioprodukte vom Fließband kommen und sogar in den Regalen von Discountern liegen, mehrt sich die Kritik. Wochenlang recherchierten SPIEGEL-Redakteure, wie Nahrungsmittel hergestellt werden, die das bisweilen zweifelhafte Etikett "Öko" tragen: Julia Bonstein, 31, sah Biotomaten in Spanien reifen, Nils Klawitter, 40, begutachtete kontaminierte Möhren auf Sizilien, Michaela Schießl, 45, ließ sich von Manager Peter Niedermeier eine Fischzucht des Münchner Unternehmens Binca Seafoods in Vietnam zeigen. Nahezu überall stießen die SPIEGEL-Leute auf eine Mauer des Schweigens. "Ausgerechnet die Aufklärer von einst wollen aus lauter Angst um ihr Lebenswerk am liebsten Maulkörbe verteilen, um die Branche nicht in Misskredit zu bringen", sagt Schießl (Seite 24).

DER SPIEGEL 36/2007
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