03.09.2007

BUNDESWEHRAbsturz vor dem Einsatz

Für eines der Prunkstücke deutscher Wehrtechnik, das Kleinfluggerät für Zielortung (KZO), gerät der Ernstfall zum peinlichen Debakel. Seit geraumer Zeit sollte das Hightech-Gerät helfen, den afghanischen Flugplatz Masar-i-Scharif zu schützen, auf dem die "Tornado"-Aufklärungsjets der Luftwaffe stationiert sind. Nach zwei Abstürzen und weiteren "Zwischenfällen" im Testbetrieb wurde aber noch vor der Verlegung ein Flugverbot verhängt. Erst nach eingehenden Untersuchungen und weiteren Probeflügen - einstweilen nur über unbewohntem Gebiet - will die Bundeswehr erneut prüfen, ob und wann die Drohne zum ersten Einsatz am Hindukusch starten darf. Die Entwicklung des Pleiten-, Pech- und Pannenfliegers begann vor rund 25 Jahren und hat seither eine halbe Milliarde Euro verschlungen. Das offenkundig noch störanfällige Fluggerät wurde mit mehrjähriger Verspätung im Dezember 2006 offiziell für einsatzbereit erklärt. Das Heer hat insgesamt 60 KZO-Flieger und 12 Bodenstationen bestellt. Die Drohne kann dreieinhalb Stunden in der Luft bleiben und aus 65 Kilometer Entfernung bei Tag und Nacht fast in Echtzeit Bilder einer Infrarotkamera übermitteln - wenn sie denn fliegt.

DER SPIEGEL 36/2007
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