03.09.2007

BILDBÄNDEAfrikas Überflieger

Botswana, das Moremi-Reservat: Akazienwälder, Savanne, 4871 Quadratkilometer, fast doppelt so groß wie das Saarland, und irgendwo elf kleine Elefanten, die um ein Schlammloch stapfen. Die Tiere erscheinen spielzeugklein, weil der Hamburger Fotograf Michael Poliza sie aus der Luft aufgenommen hat - wie auch den Rest von Afrika. Zwölf Länder auf dem Kontinent, auf einer Strecke von insgesamt 27 000 Kilometern, fotografiert aus einem Agusta-A109-Power-Helikopter. Polizas Bildband "Eyes over Africa" erscheint jetzt, ein wuchtiges Werk: 91 mal 56,5 Zentimeter im aufgeblätterten Zustand, bestechende Aufnahmen. Wie der Doyen der Luftfotografie, Yann Arthus-Bertrand, so gewinnt Poliza der Welt von oben vor allem ästhetische Ansichten ab. Der Natronsee in Tansania aus der Nähe betrachtet, stinkend, dampfend, von oben ein abstraktes Gemälde. Der Marktplatz von Key Afar, Äthiopien: von unten wahrscheinlich ärmlich, aus der Vogelschau ein Bild zum Rahmen. Die Schönheit der Bilder ist ihr Risiko: Afrika wird zum ästhetischen Gesamtkunstwerk auf schwerem Papier, der Kontinent eines Überfliegers, gesehen aus göttlicher Distanz.
Michael Poliza: "Eyes over Africa". TeNeues Verlag, Kempen; 504 Seiten; 98 Euro.

DER SPIEGEL 36/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 36/2007
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

BILDBÄNDE:
Afrikas Überflieger