03.09.2007

ARCHÄOLOGIESchutzloser Schutzwall

Die Chinesische Mauer, einst errichtet, um das Reich gegen Angreifer zu verteidigen, ist derzeit selbst schutzbedürftig. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet, die zunehmende Zahl der Sandstürme drohe, Abschnitte des teilweise über 2200 Jahre alten Schutzwalls binnen weniger Jahrzehnte "in einen Haufen Dreck" zu verwandeln. Davor warnt Zhou Shengrui, ehemaliger Kurator im Museum von Minqin, einem Gebiet in der Provinz Gansu: "Dieser Teil der Mauer besteht eher aus Erde als aus Ziegeln oder Stein und ist anfälliger für Erosion." Über 40 Kilometer des Bauwerks seien in den vergangenen 20 Jahren zerstört worden. In diesem Teil des Landes, im Nordwesten gelegen, ist die Wüstenbildung in den vergangenen Jahrzehnten rasant fortgeschritten, verursacht durch die rücksichtslosen Methoden der Landwirtschaft, wie Xinhua vermerkt. Die Folge sind Sandstürme, die oftmals auch den Verkehr in der Provinz lahmlegen. "Als Denkmalschützer macht es mich traurig, dass die Chinesische Mauer einfach so weggeweht wird", so Zhou.

DER SPIEGEL 36/2007
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