03.09.2007

AUSSTELLUNGENUnvollkommen nackt

Ein Gegenentwurf zur streng ausgerichteten, weltberühmten chinesischen Terrakotta-Armee sollen sie sein, die 1001 nackten und ziemlich undisziplinierten Tonfrauen der Wiesbadener Künstlerin Theresia Hebenstreit, 57. Ab Donnerstag sind sie in der Universität von Tangshan zu sehen, einer Keramikmetropole östlich von Peking (bis 30. September). Sie trotzen den gängigen weiblichen Idealmaßen, stehen für "Stärke und Präsenz unvollkommener Formen" (Hebenstreit). Ihre Ausstellung "1001 nackt" hat sie bereits in Villach und in Breslau gezeigt - doch China, das Land der Tonkrieger, war ihr Traum, als sie vor vier Jahren mit dem Projekt begann. 13 verschiedene Körperhaltungen und Größen, von 12 bis 32 Zentimetern, hat Hebenstreit ihren Figuren gegeben und jeweils 77 Exemplare hergestellt - insgesamt 1001. Abgesehen vom Wortspiel mit "1001 Nacht" - warum mussten die Frauen nackt sein? "Irgendwie konnte ich ihnen nichts anziehen", so die Künstlerin. "Kein Kittelchen, keinen Badeanzug. Das wäre kitschig geworden. Sie mussten nackt sein, selbstbewusst und fröhlich." Für das kommende Jahr ist eine Ausstellung in Heidelberg geplant.

DER SPIEGEL 36/2007
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