03.09.2007

GESTORBENGaston Thorn

Gaston Thorn , 78. Es war wohl seine ganz persönliche Tragik, dass der überzeugte Europäer ausgerechnet an der Einigung Europas politisch scheiterte. Schon früh hatte der spätere luxemburgische Premier für eine umfassende "politische und militärische" Integration geworben. Als die EU noch Europäische Wirtschaftsgemeinschaft hieß und Thorn als erster Luxemburger Präsident der Kommission war (1981 bis 1984), prägte er das Bild von der europäischen "Schicksalsgemeinschaft". Nach dem Scheitern des Gipfels in Athen 1983 und der erstmaligen Ablehnung des Brüsseler Haushalts durch das Europaparlament sprach Thorn ernüchtert von "Eurosklerose". Später zog er sich ganz aus der Politik zurück. Dabei galt der charmante Jurist stets als Meister des Kompromisses - ein Ruf, den er 1975 als Präsident der Uno-Vollversammlung sowie in seinen drei Amtszeiten als turnusmäßiger Präsident des EG-Ministerrats bestätigte. Zuletzt war der Liberale Präsident des Verwaltungsrats von Europas größtem kommerziellem Fernsehveranstalter CLT-UFA. Gaston Thorn starb am 26. August in Luxemburg.

DER SPIEGEL 36/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 36/2007
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

GESTORBEN:
Gaston Thorn

  • David Cameron im Interview: "Bereue ich es? Ja!"
  • Klippenspringerin Anna Bader: "Da oben bin ich unantastbar"
  • Buhrufe in Luxemburg: Boris Johnson schwänzt Pressekonferenz
  • Umweltschützer in Wales: "Ich gebe auf - und vielleicht solltet ihr das auch"