10.12.2007

TV-Vorschau

Die Weihnachtswette
Montag, 20.15 Uhr, ZDF
Zwei verwundete Seelen: Bettina (Ann-Kathrin Kramer), die Chirurgin, die ihren Mann bei einem Autounfall verloren hat, und Bonzo (Kai Peter Malina), das herumgestoßene Heimkind mit dem weichen Kern und der zynisch-harten Schale. Ganz leise rieselt in dieser Geschichte (Buch: Hans-Ullrich Krause, Regie: Christian von Castelberg) der Weihnachtskitsch, aber die durchweg guten Schauspieler verhindern allzu heftige Verwehungen.
Dark Horse
Montag, 00.35 Uhr, ZDF
Künstler Daniel (Jakob Cedergren) verdient sein Brot damit, für andere Liebesbotschaften an die Wände von Kopenhagen zu sprühen. Leider hat er eine Rechtschreibschwäche und dazu noch Gläubiger, die Polizei und den Fiskus am Hals. Trotzdem gerät seine unbekümmerte Lebenseinstellung erst ins Wanken, als er sich in die exzentrische Bäckerei-Gehilfin Francesca (Tilly Scott Pedersen) verliebt und sie schwanger wird. Mit satirischen Dialogen und viel hintergründigem Witz erzählt die intelligente, musikalisch arrangierte Komödie des isländischen Regisseurs Dagur Kári (Buch: Kári, Rune Schjøtt) von einem sympathischen Verlierer.
Der Kronzeuge
Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD
Es kann der Zeuge nicht in Frieden leben, wenn der von ihm Überführte im Gefängnis auf Rache sinnt. Das aus nicht wenigen Filmen bekannte Krimi-Muster durchzieht auch diesen Film (Buch: Edeltraud Rabitzer, Regie: Johannes Grieser). Leider in aller Absehbarkeit. Auf den Architekten und scheinbar vor der Außenwelt verborgenen Kronzeugen (Tobias Moretti) setzt der Schurke aus dem Knast (Sylvester Groth) eine kompromittierende Verführerin (Franziska Petri) an. Aber das Ehebollwerk mit der schönen Gattin (intelligent und attraktiv: Claudia Michelsen) lässt sich letztendlich nicht erschüttern.
Meine Hölle Europa
Donnerstag, 23.15 Uhr, WDR
Jede dritte Prostituierte in Bella Italia stammt aus Nigeria, meist von skrupellosen Zuhälterinnen, den sogenannten Madames, ins reiche Europa gelockt. Deren psychologisches Druckmittel: ein magischer Schwur und Berge von Schulden. Lukas Roeglers beachtliches Dokumentarfilm-Debüt bringt Licht in ein erschütterndes Dunkel.
Die Zürcher Verlobung
Freitag, 20.15 Uhr, ARD
"Ja, ja, die Liebe in der Schweiz" - so trällerte es bieder-harmlos in der Vorlage zu diesem Remake, der deutschen Kinokomödie von 1957 mit Lilo Pulver, Bernhard Wicki und Paul Hubschmidt. Welche Versuchung also, sich über den ergrauten Kinostoff spöttisch herzumachen. Doch Wolfgang Limmer (Buch) und Stephan Meyer (Regie) halten dem Geist der Vorlage die Treue, und siehe da: Es entsteht beste Unterhaltung. Besonders der Darstellerin Lisa Martinek gelingt die richtige Mischung aus leichter Ironie und glaubhafter Naivität - eine intelligente Weiterentwicklung der Lilo-Pulver-Ausstrahlung. Am Ende tritt Lilo Pulver höchstselbst auf, eine dramaturgisch überflüssige Aktion, aber eine wunderbar anrührende.

DER SPIEGEL 50/2007
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