10.12.2007

FUSSBALLKrieg und Frieden

Vor dem Schaab-Stadion sah Bagdad aus wie seit fast fünf Jahren, eine Stadt im Krieg. Panzer der irakischen Armee waren vor die Arena gerollt, schwerbewaffnete Einheiten des US-Militärs patrouillierten durch die angrenzenden Straßen im zentral gelegenen Viertel Sajuna. Die Soldaten bewachten ein Fest: ein Erstligamatch. Vor 18 Monaten war der Fußballbetrieb in der irakischen Hauptstadt wegen Mörserangriffen eingestellt worden. Nun waren 3000 Menschen gekommen, zu Fuß, in Bussen, Autos und Taxen, um Bagdads populärste Mannschaft, al-Saura, oder das Team al-Schurta anzufeuern. Kinder und Erwachsene sangen und schwenkten ihre Fahnen, einige von ihnen trugen das Trikot der Nationalmannschaft, die im Sommer den Asien-Cup gewonnen hatte und inzwischen als Symbol für die Einheit des Landes gilt. Das Spiel auf dem staubigen Platz gewann al-Schurta durch ein Tor kurz vor Abpfiff 2:1, es gab keinen einzigen Zwischenfall. Wie es heißt, soll im irakischen Nationalstadion bald wieder Fußball zu sehen sein.

DER SPIEGEL 50/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


  • Skydiving: Tanz im freien Fall
  • Ex-Mitarbeiterin des Nationalen Sicherheitsrates der USA: "Das ist die traurige Wahrheit"
  • SpaceX: Video zeigt Explosion von "Starship"-Raumtransporter
  • Hongkong vor der Wahl: "Die Lage kann sich sofort wieder zuspitzen"