22.12.2007

22. Dezember 2007 Betr.: Kochen

Um die Frage, was den Menschen zum Menschen werden ließ, streiten Wissenschaftler seit Generationen. War es der aufrechte Gang? Der Gebrauch von Werkzeugen gar? Oder die Erfindung der Sprache und der Musik? SPIEGEL-Redakteur Philip Bethge, 40, stieß auf eine andere These, die der britische Primatologe Richard Wrangham, 59, propagiert: Das Kochen habe das Menschsein begründet. Die bemerkenswerte Entwicklung des Gehirns hätte demnach ohne Braten und Blanchieren so kaum stattgefunden - zudem sollen auch die ersten Paarbeziehungen beim Barbecue in der Altsteinzeit entstanden sein. Bei einem Kochkursus in der SPIEGEL-Kantine suchte das Wissenschaftsressort unter der Leitung von SPIEGEL-Chefkoch Alfred Freeman, 42, im Selbstversuch empirische Belege für Wranghams These. Nachdem an den Feuerstellen Seezungenröllchen dampfgegart und Entenbrüste kross gebraten und an Kirschsauce serviert worden waren, fand Bethge Anhaltspunkte für die Überlegenheit seiner Art: "Kein Tier wäre fähig zu würdigen, was wir am Herd zustande gebracht haben" (Seite 126).

DER SPIEGEL 52/2007
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