22.12.2007

GESUNDHEITSWESENFreie Arztwahl in Europa

Um die Gesundheitspolitik ist in Brüssel ein heftiger Streit ausgebrochen. EU-Kommissar Markos Kyprianou will den Markt für medizinische Dienstleistungen europaweit öffnen. Jeder Patient soll künftig weitgehend seinen Arzt, Apotheker oder auch das Krankenhaus überall in Europa wählen dürfen. Bis zu Sätzen, die in seinem Heimatland gelten, müssten die Kassen die im Ausland anfallenden Kosten erstatten. Konservative und Liberale begrüßen den "gemeinsamen Binnenmarkt für Gesundheitsdienstleistungen". Die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament dagegen befürchten dramatische Folgen für das Gesundheitswesen durch Billigkonkurrenz und Medizintourismus, insbesondere auch in Deutschland. Ihr Fraktionschef Martin Schulz kündigte massiven Widerstand an. "Die Chicago-Boys der Kommission", attackierte er vorigen Dienstag Kommissionspräsident José Manuel Barroso, sollten nicht "im Windschatten des Weihnachtsmanns wieder herangeritten kommen". Europa müsse sozial sein, oder es werde scheitern. Barroso zuckte erst einmal zurück. "Aus Termingründen" verschob er die für vorigen Mittwoch geplante Vorlage der Gesundheitsrichtlinie ins kommende Jahr.

DER SPIEGEL 52/2007
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