22.12.2007

UNESCO IHamburg blockiert Watt-Schutz

Das Vorhaben, dem Wattenmeer entlang der deutschen und der niederländischen Küste denselben Schutzstatus zu verleihen wie dem Grand Canyon oder dem australischen Great Barrier Reef, ist durch Vorbehalte des Hamburger Senats gefährdet. Eine Nominierung des 13 000 Quadratkilometer großen Gebiets als Unesco-Weltnaturerbe könnte den Ausbau des Hamburger Hafens und die Vertiefung von Elbe und Weser behindern, befürchtet Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU). Er verweist auf das Beispiel der Dresdner Waldschlösschenbrücke, deren Bau durch den Unesco-Schutztitel verzögert worden ist. Man stehe der Unesco-Nominierung des Wattenmeers nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, müsse aber "Risiken ausschließen", heißt es in der Wirtschaftsbehörde. Doch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) befürchtet, dass jede weitere Verzögerung das Projekt, das von der niederländischen und der deutschen Regierung gemeinsam betrieben wird, gefährden könnte. Nach Schleswig-Holstein hatte am vergangenen Dienstag auch Niedersachsen zugestimmt, das Gebiet bei der Unesco anzumelden. Die Länder versprechen sich davon eine größere internationale Ausstrahlung und mehr Tourismus. Strengere Nutzungsregeln gehen nach Auffassung Gabriels mit dem Unesco-Titel nicht einher, die Hamburger Projekte würden nicht beeinträchtigt. Aber die Zeit dränge: Den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat der Umweltminister nun gewarnt, die Hansestadt müsse bis Ende des Jahres zustimmen, sonst sei eine fristgerechte Nominierung nicht mehr möglich.

DER SPIEGEL 52/2007
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