22.12.2007

TÜRKEIGefährliche Stimmung

Wenige Tage nach der bislang größten türkischen Militäraktion im Nordirak ist Ankara davon überzeugt, der kurdischen Rebellenorganisation PKK empfindliche Schläge versetzt zu haben. Die türkischen Medien verbreiten Siegesmeldungen, Generalstabschef Yasar Büyükanit schwärmt, er habe die Zerstörung von PKK-Stützpunkten wie eine Fernsehshow erlebt. Kritiker befürchten jedoch, dass die Türkei damit eine politische Lösung der Kurdenfrage erschwert. Es herrsche eine nationalistische Stimmung, geschürt von Politik und Militär, die sich vor allem gegen die Kurden im Land richte, sagt Nazmi Gür, ein Mitglied der im Parlament vertretenen Kurdenpartei DTP. "Sie führen einen psychologischen Krieg gegen uns." Türkische Politiker werfen der DTP vor, sie sei der verlängerte Arm der PKK - derzeit läuft ein Verbotsverfahren gegen die Partei. Sollten die Kurden mit weiteren Repressionen überzogen werden, drohe dem Land eine gefährliche Welle der Radikalisierung, meint der Türkei-Experte Walter Posch vom EU-Institut für Sicherheitsstudien. Auch Bombenanschläge kurdischer Untergrundbewegungen seien dann nicht mehr auszuschließen.

DER SPIEGEL 52/2007
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TÜRKEI:
Gefährliche Stimmung