31.12.2007

TOTE DES JAHRESEndlich unsterblich

Als junges Mädchen träumte Anna Nicole Smith davon, dass die Welt von ihr Notiz nähme. Als sie am 8. Februar tot aufgefunden wurde, in einem Hotelzimmer in Florida, hatte sie es endlich geschafft: Fernsehsender unterbrachen ihr Programm, Amerika, die ganze Welt nahm Anteil, auch an dem absurden Vaterschaftsstreit, der nach ihrem Tod um ihre einjährige Tochter entbrannte. Smith, 1967 als Vickie Lynn Hogan geboren, starb an einer Medikamentenvergiftung, das Ende eines Lebens, das ohne Alkohol und Tabletten wahrscheinlich gar nicht auszuhalten war. Mit 16 die Schule abgebrochen, in einem Hähnchengrill gejobbt, dort ihren ersten Mann kennengelernt, mit 17 Ehefrau, mit 18 Mutter. Sie arbeitete bei Wal-Mart an der Kasse, tanzte als Stripperin und lernte so den texanischen Ölmilliardär Howard Marshall kennen. Mit 26 heiratete sie ihn, mit 27 war sie Witwe. Da hatte sie sich längst in eine Kopie ihres Idols Marilyn Monroe verwandelt: die Haare gefärbt, die Brüste vergrößert, Star ihres eigenen Pin-up-Kalenders. Kurz nach der Geburt ihrer Tochter starb ihr Sohn aus erster Ehe, an einem Drogenmix. Smith wurde auf den Bahamas begraben, an seiner Seite - gestorben, wie eine Zeitung schrieb, an einer Überdosis Leben.

DER SPIEGEL 1/2008
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TOTE DES JAHRES:
Endlich unsterblich

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