31.12.2007

SIEMENSDas schwärzeste Jahr ...

... der 160-jährigen Unternehmensgeschichte bescherte sich Europas größter Technologiekonzern Siemens. Was im November 2006 nach einer Razzia in der Münchner Zentrale bekannt wurde, entwickelte sich zu einer der größten Wirtschaftsaffären der Republik. Mehrere Manager, darunter auch frühere Zentralvorstände, wurden verhaftet. 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen entdeckten Konzern-Ermittler - zumeist getarnt als Beraterverträge, typisch deutsch, ordentlich schriftlich festgehalten. Auch eine Arbeitnehmervertretung soll die Konzernführung alimentiert haben: Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger fungierte als Konkurrenz zur ungeliebten IG Metall. Im April implodiert das Siemens-System: Erst geht Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer, kurz darauf trifft es Vorstandsboss Klaus Kleinfeld, Pierers Zögling. Der neue Aufsichtsratschef Gerhard Cromme gewinnt den Österreicher Peter Löscher als Siemens-Chef. Es ist das erste Mal in der Firmengeschichte, dass Aufsichtsrats- und Vorstandsspitze nicht aus dem Unternehmen kommen. Nach fünf Monaten bei Siemens ist Löscher noch immer mit dem Korruptionssumpf beschäftigt. "Die Führungskultur hat versagt", so seine Erkenntnis.

DER SPIEGEL 1/2008
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SIEMENS:
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