31.12.2007

VEREINEKrisen und Millionen

Das Jahr endete für den FC Bayern München fast so, wie es anfing: Nach einem Unentschieden (0:0) gegen Bochum trennte man sich Ende Januar von Trainer Felix Magath. Nach der verpassten Meisterschaft und Nichtteilnahme an der Champions League folgte die 70-Millionen-Euro-Korrektur. Acht neue Spieler wurden gekauft, Franck Ribéry und Posterboy Luca Toni sollten für den europäischen Topclub-Glamour sorgen, Trainerroutinier Ottmar Hitzfeld für Ruhe und Ordnung. Manager Uli Hoeneß wusste schon damals: "Der Druck auf diese Mannschaft wird enorm sein." Und der Rest der Liga sollte die Bayern ja "nur noch mit dem Fernglas erkennen". Fast schien das Konzept aufzugehen, Mitte Oktober stand Bayern mit sechs Punkten Vorsprung auf Bremen an der Tabellenspitze. Doch drei Wochen später, nach dem Uefa-Cup-Remis gegen Bolton, zeigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit seiner Kritik an Hitzfeld ("Fußball ist keine Mathematik"), dass nicht nur die Mannschaft unter Druck steht. Als Hoeneß auf der Hauptversammlung die wütenden Fans fragte: "Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid?", wurde deutlich, dass
die, die dem Erfolgsdruck nicht standhalten, wohl die Führungspersonen sind. Zwar sicherten sich die Bayern noch die Herbstmeisterschaft, punktgleich mit Bremen, und auch das Weiterkommen im Uefa-Cup, aber die nächste Krise kommt bestimmt: Im Januar wird bekanntgegeben, ob Hitzfeld nach der Saison den Verein verlässt.

DER SPIEGEL 1/2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 1/2008
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

VEREINE:
Krisen und Millionen

  • Überflutungen in Venedig: Für Touristen eine Attraktion, für die Bewohner ein Problem
  • Wahlkampf in Großbritannien: "Corbyn ist der unbeliebteste Oppositionsführer"
  • Italien: Fast 1200 Kilo Kokain in Bananenkisten
  • Bolivien: Geflohener Präsident Morales gibt nicht auf