31.12.2007

THEATERNachhutgefechte

Intelligentes, hinreißendes Gegenwartstheater boten vor allem das Hamburger Thalia Theater und die Münchner Kammerspiele. An beiden Orten mischte der Regisseur Stephan Kimmig mit: In Hamburg ließ er die schöne Susanne Wolf in "Maria Stuart" glänzen, in München erzählte er "Mamma Medea" als beklemmendes Beziehungsdrama. Neben Kimmig sorgten jüngere Regie-Stars wie Barbara Frey, Stefan Pucher, Andreas Kriegenburg und Jan Bosse für eine kluge Erneuerung des Regietheaters; doch ein Nachhutgefecht wurde zur Theaterschlacht des Jahres: Peter Stein (in Berlin), Wolfgang Engel (in Leipzig) und Thomas Langhoff (in Wien) fanden, man müsse Schillers monströsen "Wallenstein" mal wieder aufführen und sorgten für eine schiere Wallenstein-Besoffenheit unter den Kritikern. Stein präsentierte oberlehrergescheites und rührend betuliches Vergangenheitstheater, für das er und sein Titelheld Klaus Maria Brandauer Respekt einheimsten; Engel wurde immerhin für braves Handwerk gelobt; für Langhoff und seinen "Wallenstein"-Star Gert Voss dagegen gab es - wohl unverdient - Prügel: Langhoff und Voss gingen erst fünf Tage vor Weihnachten an den Start - da war auch bei den euphorischsten Kritikern der "Wallenstein"-Rausch des Sommers verflogen.

DER SPIEGEL 1/2008
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THEATER:
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