02.02.2008

LUFTFAHRTAltlasten bremsen Billigflieger

Beim geplanten Zusammenschluss der Lufthansa-Ableger Germanwings und Eurowings mit TUIfly zum zweitgrößten deutschen Billiganbieter könnte es ein kniffliges Problem geben: die Flottenpolitik der Partner. Um rentabel zu fliegen, begrenzen Konkurrenten wie Ryanair oder Easyjet ihren Flugzeugpark auf wenige Modelle von nur ein oder zwei Produzenten. Davon ist der neue Verbund meilenweit entfernt. Allein Germanwings und TUIfly betreiben zusammen rund ein halbes Dutzend Airbus- oder Boeing-Varianten. Als Bremsklotz bei den Verhandlungen könnte sich auch der bisherige Lufthansa-Zubringer Eurowings entpuppen. Er besitzt schon jetzt drei verschiedene Flugzeugmuster - und soll noch Zuwachs bekommen. Die Lufthansa hat in Kanada und Brasilien 45 neue Jets mit 90 und mehr Sitzplätzen geordert, um ihre Regionalflotte zu verjüngen. Das Gros der Maschinen vom Typ Canadair und Embraer sollte bei ihrer Tochter Cityline landen, deren Altgerät sollte zur Schwester Eurowings abwandern. Doch dazu dürfte der Partner TUI kaum seine Zustimmung geben. Erhält Eurowings auch noch die ausrangierten Cityline-Jets, würde der neue Air-Berlin-Konkurrent 2009 mit einem wahren Sammelsurium unterschiedlichster Flugzeugtypen von knapp einem halben Dutzend Lieferanten starten - und sich damit gewaltige Betriebskosten aufbürden.

DER SPIEGEL 6/2008
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