17.03.2008

MUSIKTHEATERHenckel von Donnersmarck schmiedet den „Ring“

Bayreuth droht neuer Prestigeverlust. Ausgerechnet das Festspielhaus Baden-Baden, das lange als gernegroßes Provinztheater belächelt wurde, legt sich beim Wettstreit um Deutschlands tonangebende Wagner-Bühne mit dem Grünen Hügel an: 2011 startet das Theater an der Oos eine Neuinszenierung des 16-stündigen Nibelungen-"Rings", der im Jahr 2013 komplett aufgeführt werden soll. Dann nämlich jährt sich der Geburtstag des Komponisten Richard Wagner zum 200. Mal - mit der Folge einer weltweiten Wagner-Schwemme. Während Bayreuth nun seinen Jubiläums-"Ring" wohl Katharina Wagner, der Tochter des amtierenden Festspielleiters Wolfgang Wagner, überlassen dürfte, wartet der Baden-Badener Intendant Andreas Mölich-Zebhauser mit ebenso pfiffigen wie pikanten Engagements auf. Für die musikalische "Ring"-Leitung hat er ausgerechnet Christian Thielemann verpflichtet, der als Bayreuther Hausdirigent gilt und mit Katharina Wagner und dem Neutöner Peter Ruzicka ein Triumvirat bildet, um auf dem Grünen Hügel die Macht zu übernehmen, sobald Festspielchef Wolfgang Wagner aufgibt. Spektakuläres Flair gewinnt das Baden-Badener "Ring"-Projekt aber vor allem durch Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck, 34: Der erfolgreiche Regisseur ("Das Leben der Anderen"), der bislang noch nie im Musiktheater gearbeitet hat, soll das vierteilige Musikdrama inszenieren. Noch sind die Verträge nicht unterzeichnet, weil Henckel von Donnersmarck Opernprojekt und Kinoproduktionen zeitlich aufeinander abstimmen muss. Mölich-Zebhauser indes ist sicher, den prominenten Opernneuling endgültig für sein Prestigeprojekt ködern zu können: "Der ist doch totaler Wagner-Narr, der kann gar nicht anders."

DER SPIEGEL 12/2008
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