05.05.2008

STEINKOHLEAbfall als Kunst

Werner Müller, Chef des in Evonik umbenannten Bergbau-Konzerns RAG, profitiert durch einen speziellen Dreh von dem Kunstgroßereignis Kulturhauptstadt 2010 in Essen und dem Ruhrgebiet. Dabei geht es um zwei Kohle-Abraumhalden bei Moers und Hünxe am Niederrhein. Die beiden rund hundert Meter hohen Abraumhügel müssten mit dem schrittweisen Ende des Steinkohlenbergbaus jetzt wohl geschlossen und kostspielig rekultiviert werden. Doch Müllers Konzern hat die Bergehalden von den Verantwortlichen des Kulturprojekts, das zuvor gesponsert worden war, einfach zu Kunst erklären lassen. Deshalb muss er sie nicht rekultivieren lassen und kann sie sogar weiter als Deponien etwa für Bauschutt nutzen. Nach einer Evonik-Geschäftsführervorlage ließen sich damit bis zum Jahr 2020 noch rund 120 Millionen Euro verdienen.

DER SPIEGEL 19/2008
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STEINKOHLE:
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