30.06.2008

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Majestät! Die Märchenkönigin
Dienstag, 20.15 Uhr, ZDF
Märchenkönigin kann man auch ohne Barbie-Haare und Bambi-Augen sein. Glaubt man dieser Dokumentation, ist die so beliebte Margrethe von Dänemark die zufriedenste Königin Europas. Ihr Gemahl weniger: Offen plaudert Henrik, der für seine Frau einst Religion, Nationalität und Namen aufgab, über sein Dasein im Schatten der Grande Dame. Außerdem gibt es Margrethe ganz ohne Krone zu sehen - als Studentin mit Kippe und WG-Erfahrung, als Malerin und Kostümbildnerin. So gelingt Annette von der Heyde und Friedrich Scherer ein persönlicher, bunter und sehr unterhaltsamer Blick hinter den Vorhang im königlichen Schloss.
Liebe im Palmenhain
Dienstag, 23.00 Uhr, Arte
Granatäpfel, Feigen und Mandeln wachsen in der südmarokkanischen Oase Skoura. Aber wie entsteht dort Liebe zwischen Mann und Frau? Man bewundert zu Anfang den Mut des belgischen Filmemachers Jérôme Le Maire, der mit Frau und Töchtern aus der westlichen Zivilisation in die Oase gezogen ist, um einer in den Augen der arabisch-muslimischen Kultur derart heiklen Frage filmisch nachzugehen. Das Ergebnis der Dokumentation ist leider eine unkritische Beschreibung von Ritualen und das Einsammeln von Stellungnahmen, die allesamt Zweckehe und Fremdsteuerung durch die Familie für die höchste Erfüllung der Verbindung zwischen Mann und Frau halten. Es wird viel gekichert, geschmunzelt, beiseitegesehen und herumvernünftelt, wenn der Autor zart das Thema Liebe aufbringt. So etwas kann für mediale Scham, für pure Verdrängung oder für Weisheit sprechen. Man weiß es nicht. Granatäpfel sind leichter zu erkennen.
Deutschland, deine Künstler: Armin Mueller-Stahl
Mittwoch, 23.30 Uhr, ARD
Die "ganz Großen" ihres Fachs will die neue Reihe über deutsche Künstler aus Literatur, Film, Musik und bildender Kunst porträtieren - und hat mit Armin Mueller-Stahl ein dankbares erstes Sujet gefunden: Der ehemalige Ost-James- Bond mit den blauen Augen ist nicht nur Schauspieler, sondern auch ausgebildeter Konzertgeiger, Maler und Schriftsteller - und gibt gelassen-kluge Lebensweisheiten von sich. Einen "Magier des glücklichen Moments" nennt ihn Autorin Inga Wolfram, die das Multitalent beim Malen, Sinnieren und bei seinen Dreharbeiten mit offenkundiger Bewunderung begleitet. Man darf sich anstecken lassen.
Fünf Sterne
Donnerstag, 20.15 Uhr, ZDF
Es war einmal ein armes alleinerziehendes Ding (Susanna Knechtl). Das arbeitete als Zimmermädchen im Berliner Fünf-Sterne-Hotel. Der Besitzer war jung und hieß in Wahrheit Ralf Bauer. Er verliebte sich natürlich sofort unsterblich in das schöne Mädchen. Doch er durfte es nicht gleich heiraten, denn da wäre die Serie zu Ende gewesen. Erst musste noch die böse Ex-Freundin auftreten. Hört, wie Aschenblödel trapst. Die erste Staffel der Hotelserie hatte 3,8 Millionen Zuschauer, und wenn die nicht gestorben sind, dann ist ihnen auch heute nicht zu helfen.

DER SPIEGEL 27/2008
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DER SPIEGEL 27/2008
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