04.08.2008

PersonalienLee Israel

Lee Israel , 68, bisher erfolglose Autorin aus New York, feiert den größten Triumph ihres Berufslebens: Zwei von ihr im Namen des berühmten britischen Bühnenautors und Schauspielers Noël Coward verfasste Briefe sind in einer Spezialedition des Coward-Experten Barry Day aufgenommen worden. Israel begann ihre Fälscherkarriere 1990, wie sie in ihren Memoiren "Kannst du mir jemals verzeihen?" gesteht, die diese Woche in den USA erscheinen. Sie war damals völlig pleite, benötigte dringend Geld, und nach eingehendem Studium von Cowards Werk und Tagebüchern begann sie ihr Projekt. 150 Briefe verfasste sie und fand in ganz Amerika allzu willige Abnehmer, die bis zu 250 Dollar für ihre Produkte zahlten. Auch amerikanische Autoren wie Dorothy Parker regten Israels Phantasie an. 1993 wurde die Autorin wegen Diebstahls von Originalbriefen aus Bibliotheken zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt. Dafür schämt sie sich noch heute. Doch die Fälschungen selbst belasten ihr Gewissen nicht: "Ich habe mich eng an die Fakten gehalten. Die Leute haben es mit Vergnügen gelesen." Experte Day ist weniger glücklich, sein Verlag überlegt, die Fälschungen für die Taschenbuchausgabe zu entfernen. Israel hat indes Anlass zu noch mehr Freude: Es gibt bereits Interesse an den Filmrechten für ihre Memoiren.

DER SPIEGEL 32/2008
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