18.08.2008

UGANDAEin Mann, ein Messer

Die Regierung unter Präsident Yoweri Museveni schickt junge Männer jetzt massenhaft zur Beschneidung - die staatlich verordnete Kampagne soll die Verbreitung des HI-Virus bremsen. "Das ist grundsätzlich eine gute Idee", sagt Christian Meyer, ein Infektions-mediziner am Hamburger Institut für Tropenmedizin: "Studien in Südafrika, Kenia und Uganda haben ergeben, dass das Risiko einer Ansteckung bei beschnittenen Männern statistisch deutlich niedriger ist." Bei einigen Stämmen ist die Prozedur ein Initiationsritual, nun stellt die Regierung medizinische Regeln für den Eingriff auf. Zum Beispiel soll künftig das Prinzip "ein Mann, ein Messer" gelten, denn in ländlichen Gegenden wird oft noch mit einem einzigen Skalpell die gesamte Dorfjugend behandelt. Zur Prävention gehört auch, dass den Beschnittenen erklärt wird, sie seien nun nicht etwa immun gegen Aids - um den Männern die Illusion zu nehmen, sie könnten auf Kondome verzichten. Die ugandische Aids-Politik gilt auf dem ganzen Kontinent als vorbildlich. Heute sind etwa 6 Prozent der Bevölkerung HIV-positiv, vor 20 Jahren waren es noch 30 Prozent.

DER SPIEGEL 34/2008
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UGANDA:
Ein Mann, ein Messer