01.09.2008

LeserbriefeBush, Busher, McCain

Nr. 35/2008, Titel: Der kalte Krieger - Warum McCain Obama noch schlagen kann
In den Vereinigten Staaten wird Senator McCain als scharfsinniger "Maverick" und Kriegsheld behandelt. Tatsächlich wurde sein Flugzeug abgeschossen, als er im fragwürdigen Vietnam-Krieg Bomben über einer Stadt voller Zivilisten abwarf. Wird er aus den kommenden Präsidentschaftswahlen als Sieger hervorgehen, ist das ein weiterer Rückschritt für die Vereinigten Staaten - in vielerlei Hinsicht.
HILDESHEIM DAVID JOHN
Das Schicksal bewahre die Welt vor einem Präsidenten McCain. Er träumt von der Weltherrschaft der USA mit Hilfe einer Liga der Demokratien, gemeint ist eine zusammengewürfelte Legion unter amerikanischem Kommando. Ein Vorläufer ist die Nato, die heute richtiger North American Tactical Organization heißen müsste. Mit Zustimmung naiver EU-Politiker, vor allem der Neu-Europäer im Osten, ist es den Amerikanern gelungen, Europa für ihre Einkreisungspolitik gegen Russland zu gewinnen.
MALLORCA WOLF WEHRAN
Es gibt eine neue Steigerung: Bush, Busher, McCain. Seine Wahl wäre ein Desaster für Amerika und den Rest der Welt.
HENSTEDT-ULZBURG (SCHL.-HOLST.) JOACHIM DULTZ
So sehr einen die Schilderungen der von McCain während der vietnamesischen Gefangenschaft erlittenen Torturen bewegen mögen, so ist es doch wohl angesichts des nicht minder mit völkerrechtswidrigen Argumenten und Mitteln geführten Vernichtungskrieges gegen eine wehrlose Zivilbevölkerung erlaubt zu fragen, was ein abgeschossener US-amerikanischer Flieger denn wohl zu erwarten hatte; abgesehen davon, dass die US-Amerikaner auch nicht zimperlich mit ihren Gefangenen umgingen.
HAMBURG RAINER TECHENTIN
Mister McCain: vom Hilfssheriff (2000) zum Marshal der Vereinigten Staaten von Nordamerika (2008). Ein amerikanischer Traum - God bless you and God bless the world! Mit 71 Jahren sollte er seine Colts anschauen und zum Ergebnis kommen: "You don't stand a chance!"
ERFURT MATTHIAS-LUTZ GROSSKOPF
Ich kann Ihnen sagen, warum Obama nicht Präsident wird. In einem Land, das wie kein anderes von Waffensucht, Rassismus und Überheblichkeit beherrscht wird, haben Gemäßigte von vornherein nicht den Hauch einer Chance. Ich hätte diesem Land Obama gewünscht. Aber die Amerikaner haben zu wenig Schwarze, um sich mal endlich weißzuwaschen mit einem Präsidenten, der zumindest den Anschein erweckt, diesem Land wieder zu Achtung in der Welt zu verhelfen.
OSTEEL (NIEDERS.) MICHAEL GIESER
Wenn man den deutschen Bürger auf der Straße fragt, wen er von den beiden wählen würde, sagen wahrscheinlich 80 Prozent Obama, ohne auch nur eine einzige politische Position von ihm zu kennen. Dabei ist er ein begnadeter Populist, auf den man nicht so leicht hereinfallen sollte.
BAD SODEN (HESSEN) JOACHIM HOEPPENER SPIEGEL ONLINE FORUM
McCain ist möglicherweise doch nicht so übel wie gedacht. Selbst der SPIEGEL bringt versteckt ja einige überlegenswerte Gedanken des Kandidaten. McCain ist zwar ein halber Krüppel, jedoch negative Vietnam-Erfahrung ist besser als nur die von Rednerschulen eines Mr. Obama. McCains Grundüberlegungen, Ersatz für die Uno zu schaffen beziehungsweise Russland aus WTO und G 8 auszuschließen, sind durchaus nicht von der Hand zu weisen, da diese Noch-Organisationen, außer ihren Mitgliedern Bezüge zu bescheren, handlungsunfähig wurden.
HAMBURG WOLF-DIETER HILDEBRAND
Vor einem halben Jahr bin ich schon Wetten eingegangen, dass McCain gewinnen wird. Jetzt, nach Georgien und dem Ausbruch der alten Rivalitäten, bin ich mir eigentlich sicher, dass das so kommen wird. Die Argumente sind bekannt: Die überwiegende Mehrheit der wahlentscheidenden Weißen wählt wohl noch keinen Schwarzen zum Präsidenten! Sollte ich widerlegt werden, wäre das sehr verblüffend.
KÖLN DR. DIETER BECK SPIEGEL ONLINE FORUM
Es ist schon ironisch: Während die westliche Welt euphorisiert durch den "change we can believe in" einer neuen Ära entgegenträumt, schaffen Putin und Medwedew nach den alten Spielregeln vollendete Tatsachen. McCain wird es freuen.
WOLFSBURG ALEXANDER RUHE
* In Washington im Weißen Haus, 1973.

DER SPIEGEL 36/2008
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