01.09.2008

KARRIERENDie Seelsorgerin

Andrea Ypsilanti ist das größte Rätsel der deutschen Politik. Selbst viele ihrer SPD-Parteifreunde verstehen nicht mehr, wie jemand so stur das Ziel verfolgen kann, eine Regierung zu bilden. Von Markus Feldenkirchen
Sie ist froh, hier zu sitzen und diese Stimme zu hören. "Guten Abend, Ihr Lufthansa-Flug LH 189 nach Frankfurt ist nun zum Einsteigen bereit." Sie greift ihre Zeitung, ihre Tasche, sie zückt das Ticket. Das Beste an Berlin ist der Warteraum für den Flieger nach Hessen.
Sie werden ja jetzt immer unverschämter, die Leute in Berlin. Hat sie doch heute morgen einer gefragt, was sie eigentlich hier mache? Als ob sie das verraten müsse! Als ob es jemand was angehe, mit wem sie sich trifft! "Den Menschen", sagt Andrea Ypsilanti, "fehlt einfach der Anstand."
Dann steigt sie ins Flugzeug und lässt eine Welt zurück, für die sie kein Verständnis mehr hat und in der sie selbst nicht mehr verstanden wird.
"Ich fliege Holzklasse", sagt Ypsilanti. Sie setzt sich auf ihren Platz in Reihe 22 und faltet die Zeitung auseinander. "Beck distanziert sich von Ypsilantis Plänen." Tolle Schlagzeile.
Es sind ja nicht nur die Anstandslosen, die ihr Berlin verleiden. Es ist auch die Spitze ihrer Partei, die nicht versteht, warum sie sich von SPD, Grünen und den sechs Abgeordneten der Linken zur Ministerpräsidentin von Hessen wählen lassen will. "Das ist halt Berlin", seufzt Andrea Ypsilanti, "irgendwie desillusionierend". Das Flugzeug startet.
Sie wisse doch, wie die Führung über sie denke. 'ne Verrückte. Das würden sie denken. 'ne Verrückte mit 'nem verrückten, 'nem utopischen Programm. So sieht's doch aus. Ein Passagier lugt jetzt hinter seiner Zeitung hervor. Er will sehen, wer sich so erregt.
"Unglaublich schade", sagt Ypsilanti.
"Da hat mal jemand Erfolg, mit 'ner Vision, da hat mal jemand 'ne Vision anzubieten, und dann reden die alles schlecht. Unglaublich schade."
Warum machen "die" das?
"Ach ich weiß auch nicht. Vermutlich weil sie sich zu sehr mit 'ner Großen Koalition abgefunden und keine Phantasie mehr haben. Es traut sich doch keiner mehr an die großen Überschriften. Der Steinbrück sagt: Mach 'ne Große Koalition und fertig. Na klasse. Was hätte ich denn von einer Großen Koalition? 10 000 Austritte, das hätte ich davon."
Sie entschuldigt sich kurz, sie hat vergessen, ihr Handy abzuschalten. Als es endlich aus ist, redet sie über die Vorwürfe der eigenen Leute, dass sie angeblich schuld sei an der Misere der SPD. An den 20 Prozent. An der Trostlosigkeit.
"Ich!", sagt Ypsilanti, sie weitet die Augen, sie formt das unschuldigste Gesicht auf Erden. "Ich!" Lange Pause. "Das ist geradezu grotesk."
Von ihrer Oma, sagt Ypsilanti, habe sie eine schöne Weisheit übernommen: Was schlecht ist, ist auch für was Gutes gut. "Das Gute an all der Kritik ist: Wir sind jetzt so was von geschlossen in Hessen, geschlossener geht's gar nicht."
Dann die Landung im Land der großen Überschriften, wo die Illusionen noch blühen dürfen. Endlich Hessen.
Wer mit Andrea Ypsilanti redet und all die Geschichten von ihren Freunden aus Hessen hört, der bekommt den Eindruck, als hätten sie sich selbständig gemacht, als eigene Glaubensgemeinschaft.
Seit ihrem Wahlerfolg im Januar ist Andrea Ypsilanti, 51, das größte Rätsel der deutschen Politik. Die Frage ist, warum sie keine Rücksicht auf ihre Partei nimmt. Warum sie bereit ist, ihr Versprechen zu brechen, niemals mit der Linken zu paktieren. Warum sie bei ihrem Kreuzzug für den Anstand übersieht, dass nichts anständiger ist als die Ehrlichkeit? Warum riskiert sie, zu scheitern wie einst Heide Simonis?
Wiebke Schindel hat Fotos mitgebracht. Sie zeigen die Ursprünge der Politikerin Ypsilanti, man sieht junge Frauen in Kostümen aus dem vorigen Jahrhundert, verkleidet wie die Suffragetten, ihre Helden aus der Frauenbewegung. Es sind Bilder, aus denen der Übermut dampft.
Sie studierten damals, Schindel Politikwissenschaften, Ypsilanti Soziologie, und sie hatten vor, sich bei den Jusos zu engagieren. Aber was sie dort sahen, gefiel ihnen nicht. Bei den Treffen redeten immer dieselben Männer, sie kamen nie zum Punkt, und dann fanden die Sitzungen auch noch in diesen hässlichen Parteihäusern statt. "Es wirkte alles so kalt, so freudlos, da dachten wir: Das kann's nicht sein. Politik muss auch anders funktionieren."
Mit zehn anderen Genossinnen gründeten sie eine Gruppe und gaben ihr den schönen Namen: "Frauen und Macht". Für ihre Diplomarbeit mit demselben Titel erhielt Ypsilanti später eine Eins.
"Wir wollten die Politik verändern", sagt Wiebke Schindel. "Nicht nur einzelne Anträge, nein, die gesamte politische Kultur."
Sie trafen sich nicht in Parteihäusern, sondern in ihren Wohnungen, sie kochten, tranken Wein und lasen Texte aus Büchern, die "Frauen und Macht", "Differenz und Gleichheit" oder "Der Mensch ist zwei" hießen. Sie wollten die Politik verändern, sie befreien vom männlichen Muff, sie wollten sie wärmer und menschlicher machen und sie wollten Spaß dabei haben. "Auf einmal haben wir Politik als etwas ganz, ganz Positives empfunden", sagt Schindel.
Es war eine wunderbare Zeit, alles schien möglich, und als irgendwann die Macht bei ihnen anklopfte, als der Landesvorsitz der Jusos zu besetzen war, da griffen die Frauen zu. Schindel sagt, dass die Andrea die Forscheste von ihnen gewesen sei und es deshalb schnell klar war, dass sie es machen müsse. "Aber sie hat uns eine Bedingung genannt: Sie wollte nicht allein auf diesen Weg gehen. Sie wollte getragen werden von einer Gruppe, von uns, ihren Frauen. Wir haben uns gegenseitig begeistert, uns befeuert." Die "Frauen und Macht"-Gruppe war die erste Glaubensgemeinschaft, mit der Ypsilanti gute Erfahrungen machte.
Manches von der Euphorie des Anfangs hat in ihr bis heute überlebt: der unbändige Wille, die Politik zu ändern, und das Bedürfnis, getragen zu werden, befeuert von einer eigenen separaten Gruppe.
Wiebke Schindel und die anderen Frauen haben die große Politik längst verlassen. Es gibt jetzt eine andere Kerngruppe, von der sich Ypsilanti tragen lässt, ihren Superminister, ihren Generalsekretär, ihren Strippenzieher. Mit ihnen hat sie alle wichtigen Entscheidungen beraten, vor allem die, ihr Wort zu brechen.
Der Superminister sitzt vor dem Berliner Café Einstein, bestellt Mozzarella und rote Gauloises und spricht darüber, wie es wäre, mit Wolfgang Clement ein Streitgespräch über die Energiepolitik zu führen. Er, der Mann des Ökostroms, gegen Clement, den Atomstrommann, der davon abrät, Ypsilanti zu wählen.
"Den Clement würd ich aus dem Stand vernaschen", sagt Hermann Scheer. "Der würde einbrechen. Ich hab noch keinen gesehen, der nicht eingebrochen ist."
Es hat Scheer nie an Selbstbewusstsein gemangelt, nur an Wertschätzung. Er ist Solarexperte, man hat ihm den Alternativen Nobelpreis verliehen, aber der hat ihm in der SPD auch nicht weitergeholfen. Es war etwas Besonderes für ihn, als Ypsilanti seine Vision einer radikal anderen Energiepolitik zum Regierungsprogramm und ihn zum Superminister erhob. Sie war die erste Genossin, die ihn wirklich ernst nahm.
Auf einmal steht ein Herr mit weißen Haaren vor Scheers Tisch. "Was erzählst du wieder für ein Zeug, Hermann?" Es ist Frank-Walter Steinmeier, der Mann, der nicht möchte, dass Ypsilanti mit den Linken an die Macht kommt, weil er fürchtet, das könne seiner Kanzlerkandidatur schaden. "Darf ich mal kontrollieren, was du da von dir gibst?"
"Du bist nicht mehr für die Geheimdienste zuständig, Frank-Walter", ruft Scheer und dann schickt er dem Frank-Walter ein Lachen hinterher, das lange durch das Regierungsviertel hallt. Scheer würde eher mit dem Rauchen aufhören, als sich von anderen etwas sagen lassen.
"Wir Hessen hatten noch nie Angst vor großen Tieren", sagt Norbert Schmitt, der Generalsekretär. "Ich glaub ...", er lacht jetzt laut über seinen Gedanken, "ich glaub, das sind die Gene hier."
Schmitt hüpft in seinem Wiesbadener Büro um ein paar Akten, die er sich aus dem Kellerarchiv hat bringen lassen. Sie stammen aus jener Zeit Mitte der Achtziger, als der Sozialdemokrat Holger Börner in Hessen das erste Bündnis mit den Grünen einging. "Hochinteressant", ruft Schmitt, er wirkt wie elektrisiert.
Schmitt ist der Architekt von Ypsilantis Linkswahlkampf, der Vater des "Projekts", wie sie es nennen. "Ich hab immer gesagt: Die Andrea ist das ursozialdemokratische Aushängeschild. Da ist Idealität vorhanden. Die macht keine faulen Kompromisse, die sagt nicht: Da müssen wir den Unternehmen noch ein bisschen Puderzucker in den Hintern blasen. So ist die nicht. Es gibt ja auch hysterische Frauen, kenn ich ja auch, die mit der Handtasche zack bum machen." Schmitt macht eine Pause. "Is die net."
Er blättert durch die vergilbten Dokumente, Zeitungsartikel, Protokolle, Reden. "Genau wie heute", ruft Schmitt, er brüllt fast vor Freude. "Die CDU sprach von ,Wortbruch', jawoll, und hier: ,Wählerbetrug', haha, ,die Umfaller', klasse! Das war sogar schlimmer als heute." Norbert Schmitt lässt sich von Widerstand nicht abschrecken, er kommt erst richtig in Form, wenn die Luft rau wird. Schmitt soll Ypsilantis Staatskanzlei leiten.
Gernot Grumbach, der Strippenzieher in Ypsilantis Kerngruppe, ist Vorsitzender des SPD-Bezirks Hessen-Süd, Ypsilantis politischer Heimat, jenes Fleckens in Deutschland, in dem die Menschen schon immer besser waren als im Rest der Republik. Das denken sie jedenfalls.
Grumbach erzählt, nicht ohne Stolz, dass sein SPD-Ortsverein der einzige in Deutschland war, der geschlossen ein Haus besetzt hat, 1974 war das. Heute teilt er mit Andrea Ypsilanti in Frankfurt ein Wahlkreisbüro und die Sicht auf die Welt.
Grumbach ist das, was man in der Politik einen Gremienpolitiker nennt. In der Partei sagt man, das Hinterzimmer sei Grumbachs Wohnzimmer. In den Hinterzimmern organisiert er nun schon seit Jahrzehnten Mehrheiten, wie jetzt für Ypsilanti, ohne dabei groß aufgefallen zu sein. In ihrem Kabinett soll er Minister für Wissenschaft und Kunst werden.
Die drei wichtigsten Politiker, von denen Ypsilanti sich tragen lässt, sind Männer, deren Sendungsbewusstsein stets größer war als ihr Einfluss. Sie selbst würden keinen Spitzenkandidaten abgeben, deshalb haben sie ihre Hoffnungen und Sehnsüchte auf Ypsilanti projiziert. Sie haben sie zu ihrer heiligen Johanna gemacht.
Ypsilanti handelt nicht gegen ihre Überzeugungen. Aber wer ihre linken Weggefährten kennt, weiß, warum der Druck, der aus der Berliner Parteispitze auf sie einwirkt, bei ihr keinen Eindruck hinterlässt. Der Druck ihrer eigenen Gruppe ist einfach größer.
Eine Genossin mit blondem Haar will den Tag der offenen Tür nutzen, um der Andrea mal die Meinung zu sagen. Sie hat sich durch den Wiesbadener Landtag gekämpft, bis in jene Ecke, wo sich SPD, Grüne und Linke mit ihren Info-Tischen bereits als Nachbarn dulden.
"Also, Frau Ypsilanti", sagt die Frau, sie zittert fast vor Erregung, "Sie machen das richtig! Wir müssen endlich wieder links sein. Jahrzehnte bin ich in der SPD, aber wenn wir jetzt nicht endlich alle links werden, bin ich weg. Dann bin ich weg!"
Ypsilanti nickt, sie geht einen Schritt auf die Dame zu, legt ihre Hand auf ihren Oberarm und fängt an, den Arm zu streicheln. Sie wirkt wie eine Seelsorgerin.
"Die langen Schröder-Jahre", fährt die Frau fort, "wissen Sie, wie wir gelitten haben? Wissen Sie das?"
"Ich weiß", sagt Ypsilanti. Natürlich weiß sie das. Kaum jemand in der SPD hat mehr Kraft, mehr Worte, mehr Emotionen in den Kampf gegen Gerhard Schröders Reformpolitik investiert als sie. Sie erzwang einen Sonderparteitag, sie erzwang Regionalkonferenzen, sie kämpfte mit allem, was sie hatte. Es fehlte nur noch eine eigene Montagsdemonstration.
Schröder reagierte mit seinen Mitteln. Er lästerte, "von den Ypsilantis dieser Welt" oder von "dieser Frau XY" werde er sich die Agenda nicht kaputtmachen lassen. Weil sie zu dieser Zeit am liebsten in schwarzen Lederhosen herumlief, riss der Kanzler Lederhosenwitze. Und wenn Ypsilanti in Sitzungen das Wort ergriff, was oft geschah, sprach Schröder mit seinem Nebenmann, oder er nutzte die Gelegenheit, um sich die Beine zu vertreten. "Der gibt mir nicht mal mehr die Hand", beschwerte sie sich. "Und wenn er es tut, dann schaut er absichtlich weg."
In Hessen haben Ypsilanti und ihre Freunde schon damals gelernt, zusammenzuhalten, als Gemeinschaft gegen die Bösen in Berlin. Wenn man sie heute nach Schröder fragt, dann winkt sie so mit den Händen, als ob man sich gegen einen Schnaps wehrt, den man nicht trinken will. Sie hat sich geschworen, nicht mehr über ihn zu reden. Dass ausgerechnet Frank-Walter Steinmeier, Schröders Kumpel, der Erfinder der Agenda, nun Kanzlerkandidat werden soll, macht es Ypsilanti in diesen Tagen nicht unbedingt leichter, Rücksicht auf die in Berlin zu nehmen. Ypsilanti und ihre Südhessen haben sich damals geschworen, Rache für all die Demütigungen zu nehmen. Das erste rot-rote Bündnis im Westen wäre das deutlichste Zeichen, dass die Ära Schröder Vergangenheit ist. Und vermutlich wäre es sogar mehr. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Andrea Ypsilanti einmal für den Anfang einer neuen politischen Zeit stehen wird. Einer Zeit, in dem rot-rote Bündnisse so selbstverständlich sind wie U-Bahn-Fahren. Was heute wie Harakiri scheint, wäre im Rückblick der Beginn einer historischen Mission.
Es hat etwas Missionarisches, wenn Ypsilanti und ihre Freunde von ihrem Projekt der "Sozialen Moderne" reden. Als gehe es nicht um Dinge wie Schul- oder Verkehrspolitik, sondern zugleich, in alphabetischer Reihenfolge, um: eine andere politische Kultur, eine andere SPD, das linke Projekt, die Sache der Frauen, den Triumph des Guten, die Wärme im Lande oder, anders gesagt: um die Erlösung von dem Bösen. Schon lange waren die Grenzen zwischen Politik und Religion nicht mehr so fließend wie jetzt in Hessen.
Sie hat viel dafür getan, ihr Duell mit Roland Koch wie einen Wettstreit zwischen Gut und Böse wirken zu lassen, zwischen Herz und herzlos. Warm und kalt.
Ihrem Sohn hat sie früher die Geschichte von der Maus Frederick vorgelesen. Im Sommer, wenn die anderen Feldmäuse arbeiteten, sammelte Frederick Sonnenstrahlen für die kalten dunklen Wintertage. Und als der Winter gekommen war, kletterte Frederick auf einen Stein, und sagte: "Macht die Augen zu. Jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm, schön und golden?" Und den Mäusen wurde warm. Es ist Ypsilantis Lieblingsgeschichte.
Auch weil sie ihre Kampagne so überhöhte, hat Andrea Ypsilanti ihren Wortbruch begangen. Auch deshalb wagt sie nun den zweiten Anlauf mit den Linken. Es ist nämlich viel leichter, eine Schulreform abzublasen als eine Wanderung ins Paradies. Wer sein Projekt mit so viel Bedeutung aufgeladen hat, dem fällt es sehr schwer zu kapitulieren.
Andrea Ypsilanti streichelt noch immer den Arm der blonden Genossin. "Sie müssen das jetzt machen mit den Linken", sagt die Frau. "Schon allein wegen dem fiesen Koch. Der böse Koch muss weg." Ypsilanti nickt, die Dame hat's kapiert. In diesem Moment, beugt sich eine Mitarbeiterin an ihr Ohr. "Äh, Andrea, da steht der Koch."
Roland Koch steht schon eine ganze Weile schräg hinter ihr. Weil Tag der offenen Tür ist, macht Koch einen Rundgang durch den Landtag, und da will er auch mal bei der SPD "guten Tag" sagen.
"Guten Tag", sagt Koch und fährt seine Hand aus.
"Guten Tag", sagt Ypsilanti, sie lässt Kochs Hand ganz schnell wieder los. Dann will sie sich wieder der blonden Genossin zuwenden, aber der Ministerpräsident bemüht sich, so etwas wie einen Small Talk hinzubekommen. "Ach guck mal, der Kicker hier", sagt Koch, er zeigt auf ein Tischfußballspiel vor dem SPD-Stand, "da haben Sie ja rote und schwarze Figuren drin, das find ich gut. 'ne Große Koalition beim Kickern sozusagen."
"Schaun Sie doch mal genau hin", sagt Ypsilanti. "Die Roten spielen gegen die Schwarzen. Nicht miteinander." Sie hat den Kicker extra noch umbauen lassen. Ursprünglich hatte er blaue Figuren, aber dann haben sie Schwarze hineinmontiert. Der Kampf Gut gegen Böse geht weiter.
"Ja dann ...", sagt Koch, ihm fällt jetzt auch nichts mehr ein. "Nun ja." Dann zieht er weiter.
"Gut so", sagt die blonde Genossin.
* Auf der SPD-Regionalkonferenz Süd im März 2003 in Nürnberg.
Von Markus Feldenkirchen

DER SPIEGEL 36/2008
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