01.09.2008

UMFRAGELieber sauber als dubios

Die Dopingskandale im Spitzensport haben die Deutschen skeptisch gegenüber Höchstleistungen werden lassen. Rund die Hälfte der Bundesbürger (51 Prozent) meint, dass Spitzenathleten wie der amerikanische Schwimmstar Michael Phelps oder Sprintkönig Usain Bolt aus Jamaika bei den Sommerspielen in Peking gedopt gestartet sind. Nur ein Drittel (32 Prozent) jener tausend Menschen, die von TNS Forschung in der vergangenen Woche im Auftrag des SPIEGEL befragt worden sind, geht davon aus, dass die Siege herausragender Sportler ohne Betrug erreicht worden sind. Überhaupt scheinen die Deutschen keine Sieger um jeden Preis haben zu wollen. Die überwältigende Mehrheit, 88 Prozent der Befragten, findet es wichtiger, ungedopte Athleten aus Deutschland bei Olympia zu sehen als ein Team, das möglichst viele Medaillen anhäuft. Die Diskussion um das Abschneiden der deutschen Mannschaft in Peking bekommt damit eine neue Note. Die Bilanz von 41 Medaillen - 2000 in Sydney waren es noch 56, 2004 in Athen 49 - hat einen Streit über Gründe und Lösungen für die Leistungsdefizite entfacht. Nun zeigt sich: Der reine Erfolg ist dem Publikum zweitrangig geworden.

DER SPIEGEL 36/2008
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UMFRAGE:
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