01.09.2008

SÜDKOREASex für Informationen

Won Jeong Hwa war eine überaus schöne Agentin, die südkoreanische Offiziere reihenweise um den Verstand brachte und so an geheime Informationen kam - bis sie im Juli aufflog. Nun droht ihr die Todesstrafe. Vor sieben Jahren war sie aus dem kommunistischen Nordkorea in den Süden gekommen, angeblich als Überläuferin. Nachdem die Behörden sie überprüft hatten, gaben sie ihr einen passenden Job: Sie hielt antikommunistische Vorlesungen auf Militärbasen. In Wahrheit arbeitete sie aber für den nordkoreanischen Geheimdienst und nutzte die Gelegenheiten, um Offiziere zu verführen und an ihr Wissen zu kommen. Erfolgreich war sie bei einem 27-jährigen Hauptmann namens Hwang, der ihr die Standorte von Militäreinrichtungen geliefert haben soll, Listen mit den Namen von Überläufern und mit persönlichen Daten wichtiger Militärs. Auch er wurde verhaftet. Mit ihren Führungsoffizieren traf sich Won in China - dabei erhielt sie Spionageausrüstung im Wert von 40 000 Euro, darunter vergiftete Nadeln, mit denen sie feindliche Agenten töten sollte. Der Fall der schönen Spionin sorgt in Südkorea für Aufregung, weil sich daran ermessen lässt, wie wenig das Regime Kim Jong Ils an Entspannung interessiert ist. Nun will die Staatsanwaltschaft untersuchen, ob sich unter den nordkoreanischen Überläufern noch weitere Agenten verbergen.

DER SPIEGEL 36/2008
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