01.09.2008

KLIMABlitzschmelze in Grönland?

Der grönländische Eispanzer könnte durch den Klimawandel weit schneller abtauen als bislang angenommen. Wie Forscher um Anders Carlson von der University of Wisconsin jetzt im Fachblatt "Nature Geoscience" berichten, führten ähnliche Erhöhungen der sommerlichen Lufttemperaturen, wie sie heute in Grönland gemessen werden, nach der letzten Eiszeit zu rapider Eisschmelze. Vor rund 9000 sowie vor rund 7600 Jahren zerrannen demnach Teile des nordamerikanischen, zeitweise bis zur Region um das heutige New York reichenden Inlandgletschers im Eiltempo zu Wasser. Der Meeresspiegel sei dabei um bis zu 1,3 Meter pro Jahrhundert angestiegen. Nun fürchten die Autoren eine ähnliche Entwicklung beim Schmelzen des Grönlandeises. Derzeitige Prognosen für dessen Beitrag zum Anschwellen der Ozeane könnten "6- bis 40fach" zu niedrig angesetzt sein. "Wir kommen in einen Temperaturbereich, in dem Grönlands Eispanzer besonders instabil wird", kommentieren der britische Forscher Mark Siddall und sein US-Kollege Michael Kaplan. Es sei möglich, dass tauendes Grönlandeis noch in diesem Jahrhundert einen Meter zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen werde.

DER SPIEGEL 36/2008
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Blitzschmelze in Grönland?