01.09.2008

PersonalienRachida Dati

Rachida Dati , 42, französische Justizministerin, droht bei der nächsten Kabinettsumbildung der Rauswurf. Von Nicolas Sarkozy einst als Vorzeigemodell einer geglückten Integration gepriesen, scheint die Tochter algerisch-marokkanischer Einwanderer nun vollends in Ungnade gefallen zu sein. Dati hat sich gründlich unbeliebt gemacht: 14 Mitarbeiter vergraulte sie, mit ihrer brachial betriebenen Justizreform verärgerte sie Richter, Staatsanwälte und Abgeordnete; ihr Hang zu Luxusgarderobe und großzügigen Spesenrechnungen sorgte für Unmut bei den Wählern. Präsidentengattin Carla Bruni machte aus ihrer Antipathie gegen die ehemalige Freundin ihrer Vorgängerin an Sarkozys Seite kein Hehl: "Da wärst du wohl gern eingezogen", höhnte Bruni, als sie mit Dati am präsidialen Schlafzimmer im Elysée vorbeischlenderte. Für besonders giftige Bemerkungen sorgt derzeit Datis unübersehbare Schwangerschaft. Die, so ihre inzwischen zahlreichen Gegner im Elysée, sei doch eine elegante Möglichkeit, sich von ihrem Kabinettsposten zu verabschieden, bevor sie gefeuert werden könne. Der Justizsprecher hält sich bedeckt: "Wir geben zu derartigen Informationen keinen Kommentar."

DER SPIEGEL 36/2008
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