13.10.2008

SRI LANKATiger unter Feuer

Nach 25 Jahren Bürgerkrieg sieht sich die Regierung in Colombo endlich auf der Siegerstraße. Nur noch zwei Kilometer seien ihre Truppen von Kilinochchi entfernt, hieß es Ende voriger Woche. Die Hochburg der Tamilen-Tiger (LTTE) sei bald sturmreif. Während die sri-lankische Luftwaffe am vergangenen Donnerstag erneut Tiger-Stellungen im tamilischen Norden bombardierte, beantragte das Kabinett beim Parlament eine Aufstockung des Wehretats um 6,4 Prozent auf umgerechnet 1,64 Milliarden Dollar. Möglichst bald sollen die Separatisten in die Knie gezwungen werden. Ansonsten könnte die geschwächte LTTE wieder zu Kräften kommen - in der Regenzeit ist ein Entscheidungsschlag besonders schwer.
Weil Journalisten die Kampfzone verlassen mussten, sind die Erfolgsmeldungen kaum zu verifizieren: Vergangenen Montag sollen 23 Rebellen getötet worden sein, tags darauf 20, am Mittwoch 45 und am Freitag etwa 40 Menschen. Die Tiger wehren sich zäh und greifen wieder zu ihrem schrecklichsten Kampfmittel. Am Montag sprengte ein Selbstmordattentäter im Touristenort Anuradhapura 27 Personen in die Luft, darunter einen früheren Armeegeneral. Immerhin kann die Regierung in Colombo jetzt für Gegenstrategien auf einen ausgewiesenen Fachmann zählen: Der abtrünnige ehemalige LTTE-Führer Karuna Amman, einst für seine mitleidlose Kriegführung gefürchtet, wurde am vorigen Dienstag als Abgeordneter vereidigt.

DER SPIEGEL 42/2008
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SRI LANKA:
Tiger unter Feuer

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