13.10.2008

EHRUNGJean-Marie Gustave Le Clézio

Jean-Marie Gustave Le Clézio , 68, französischer Schriftsteller und unermüdlicher Reisender, erhält den Literaturnobelpreis. Der "kosmopolitische Nomade", der in Nizza aufwuchs und in Afrika, Mexiko, Ozeanien und den Vereinigten Staaten gelebt hat, gilt in seiner Heimat längst als Klassiker. Über 30 Veröffentlichungen hat Le Clézio bisher vorgelegt. Schon mit 23 Jahren erhielt er 1963 für sein Buch "Das Protokoll" den renommierten Prix Renaudot. Seine Romane wie "Der Afrikaner" und "Wüste" zeugen von der Suche nach dem verlorenen Paradies, nach den Wurzeln der eigenen Kindheit. Kinder, Frauen, Bettler und Blinde zählen zu seinen Helden, er prangert die Auswirkungen des Kolonialismus an und vermittelt über seine Literatur Kritik an der profitgierigen modernen Konsumgesellschaft. Die Jury in Stockholm würdigt Jean-Marie Gustave Le Clézio als "Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase".

DER SPIEGEL 42/2008
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