27.10.2008

PersonalienMartin Schulz

Martin Schulz , 52, Chef der sozialistischen Fraktion im Europaparlament, nutzt die Finanzkrise zur Mitgliederwerbung für seine Partei. Als mögliche Kandidaten hat er drei gestandene Vertreter der rechts-liberalen Linie ausgemacht: den französischen Staatschef Nicolas Sarkozy, den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und den Chef der Fraktion der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, Joseph Daul. Alle drei hatten am Dienstag im Straßburger Parlament strengere Regeln für die Finanzmärkte gefordert. Der konservative französische Präsident habe "wie ein aufrechter europäischer Sozialist gesprochen", lobte Schulz während einer Parlamentssitzung. Auch Barroso habe sich als "wahrer Linker" zu erkennen gegeben, und Daul vertrete "die pure Sozialdemokratie". Ihrem Beitritt zur Sozialistischen Partei Europas stehe nichts im Wege. "Beitrittsformulare zur PSE liegen am Eingang aus!" Sarkozy reagierte geschmeidig mit einem Kompliment an den "Herrn Vorsitzenden Schulz": Männer von seiner "Qualität" könnten eben erkennen, dass andere nicht unbedingt unrecht hätten, nur weil sie einer anderen politischen Familie angehörten.

DER SPIEGEL 44/2008
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