24.11.2008

GESUNDHEITHoffnung für Vioxx-Opfer

Auf die deutsche Pharmafirma MSD Sharp & Dohme wächst der Druck, die Opfer des Schmerzmittels Vioxx zu entschädigen. In Deutschland hatten rund 7000 Patienten nach der Einnahme von Vioxx zum Teil schwere gesundheitliche Schäden wie Schlaganfall und Herzinfarkt erlitten. Anders als die amerikanische Konzernmutter Merck, die nach einem Vergleich US-Opfer mit rund fünf Milliarden Dollar entschädigen will, verweigert MSD bislang jegliche Zahlung. Das Münchner Oberlandesgericht lehnte jetzt zwar den Anspruch einer Klägerin ab, fordert aber eine "vergleichbare Vereinbarung" wie in den USA. Denn die Strategie, in Deutschland alle Fälle einzeln zu bearbeiten, belaste "die Ressourcen aller Parteien einschließlich der Rechtsschutzversicherungen ... wie auch der Gerichte über Gebühr". Zudem hat das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte jüngst in einer "Auskunft über unerwünschte Arzneimittelwirkungen" für die Münchner Staatsanwaltschaft Vioxx erstmals negativ beurteilt: das "Nutzen-Schaden-Verhältnis" des Vioxx-Wirkstoffes sei als "ungünstig" anzusehen. Der Berliner Rechtsanwalt Andreas Schulz, der rund 800 Vioxx-Opfer vertritt, hatte MSD-Verantwortliche wegen des Verdachts der Körperverletzung angezeigt.

DER SPIEGEL 48/2008
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GESUNDHEIT:
Hoffnung für Vioxx-Opfer

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