24.11.2008

ÖSTERREICHKinderkrebsarzt als Dopingdealer?

Der Umgang mit Epo gehörte für den Krebsarzt Andreas Zoubek, 51, zum Alltag. Am Wiener St.-Anna-Kinderspital behandelte der Mediziner seine Patienten mit dem Mittel, wenn sie unter Blutarmut litten. Doch Zoubek machte sich offenbar auch die dopende Wirkung von Epo zunutze und soll das Medikament Athleten angeboten haben. Ein Sportler hat vorvergangenen Sonntag als anonymer Zeuge in der Tageszeitung "Kurier" ausgesagt, Zoubek habe Epo in einem Wiener Fitnesscenter verkauft. Auch eine eidesstattliche Erklärung liegt vor. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt nun gegen Zoubek, der die Vorwürfe bestreitet. Bereits 2006 war er unter Verdacht geraten. Der deutsche Triathlonprofi Normann Stadler berichtete damals, wie ihm Zoubek am Rande eines Wettkampfs offensichtlich Dopingmittel anzubieten versuchte. Daraufhin unterrichtete der Österreichische Triathlonverband schriftlich das Anti-Doping-Komitee (ÖADC) von Stadlers Erlebnis - ohne Folgen für Zoubek. "Das Schreiben ist aus nicht nachvollziehbaren Gründen liegengeblieben", sagt Gernot Schaar, Leiter der Rechtsabteilung der neugegründeten Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada), der Nachfolgerin des ÖADC.

DER SPIEGEL 48/2008
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