24.11.2008

IRANStoff für die Bombe

Im Nuklearkonflikt mit dem Westen ist die iranische Regierung nicht zu Zugeständnissen bereit, im Gegenteil. "Die großen Mächte, die sich gegen die Islamische Republik verschworen haben", droht Präsident Mahmud Ahmadinedschad, "werden den Widerstand der iranischen Nation noch zu spüren bekommen." So reagierte er auf den jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Die Analyse löste in den Regierungszentralen "große Besorgnis" aus, so Javier Solana, Chefdiplomat der EU. In ihrem Report beklagen die Experten Irans "mangelnde Kooperation" und stellen fest, dass die Mullahs in den vergangenen drei Monaten 150 Kilogramm niedrig angereichertes Uran produziert haben. Insgesamt sollen sie nun über 630 Kilo verfügen - fast genug, um ausreichend Material für einen nuklearen Sprengsatz herzustellen. Ende des Jahres dürften in der Atomanlage Natans 6000 Zentrifugen zur Anreicherung laufen, Anfang 2009 könnten noch einmal 3000 in Betrieb gehen. Mit jeder neuen Kaskade steigt die Kapazität, anzureichern. Sollte Teheran der IAEA den Zugang zu seinen Zentrifugen verwehren und verstärkt Uran anreichern, wäre es "vielleicht nur eine Frage von Monaten", so ein Experte in Wien, bis genug Stoff für die Bombe vorhanden sei. Nach Einschätzung der US-Geheimdienste könnte Iran Ende 2009 atomwaffenfähig sein.

DER SPIEGEL 48/2008
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