29.06.2009

FRANKREICHSpur nach Paris

Sieben Jahre nach dem Selbstmordanschlag auf einen Bus mit Mitarbeitern der staatlichen Marine-Werft Frankreichs (DCN) in Pakistan mehren sich Hinweise, durch die sich das Attentat von Karatschi zur Staatsaffäre in Paris ausweiten könnte. Nach der Explosion, bei der im Jahr 2002 elf Franzosen und drei Pakistaner ums Leben kamen, verfolgte die Justiz zunächst eine Islamisten-Spur. Doch nach dem Auftauchen interner DCN-Berichte gehen die Untersuchungsrichter jetzt davon aus, dass es sich um einen Racheakt pakistanischer Sicherheitsdienste handelte. Sie sahen sich um die offenbar vereinbarten Provisionen gebracht - immerhin 50 Millionen Euro, die ihnen Paris beim Verkauf von drei U-Booten zugesagt haben soll. Angeblich war geplant gewesen, weitere Vermittlungsgebühren über eine Luxemburger Firma "politischen Kreisen" in Pakistan zukommen zu lassen; außerdem sollte, so die Vermutung, ein Teil der Gelder zurückfließen, um die Wahlkampfkasse von Premier Edouard Balladur zu füllen. Statt Balladur siegte 1995 bei den Präsidentenwahlen jedoch Erzrivale Jacques Chirac, der die Überweisungen nach Pakistan stoppen ließ. Die Enthüllungen haben mehr als nur historischen Wert: Involviert sein könnte auch der damalige Haushaltsminister im Kabinett Balladur und zugleich dessen Wahlkampfmanager - der heutige Präsident Nicolas Sarkozy. Dieser kommentierte die Spekulationen harsch: Sie seien "lächerlich" und "grotesk".

DER SPIEGEL 27/2009
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FRANKREICH:
Spur nach Paris

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