03.08.2009

WERBUNG„Nicht so verbissen“

Vorstandschef Erich Sixt, 65, über seine Werbekampagne mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, unter anderem mit dem Slogan: „Mit dem Dienstwagen in Urlaub? Es gibt Sixt doch auch in Alicante!“
SPIEGEL: Greifen Sie mit Ihrer Kampagne in den Bundestagswahlkampf ein?
Sixt: Nein, das Ganze hat überhaupt keinen politischen Hintergrund. Sixt ist Dienstleister und politisch neutral. Wir vermieten an Politiker jeder Couleur, solange sie ihre Rechnungen bezahlen.
SPIEGEL: Haben Sie die Kampagne selbst abgesegnet?
Sixt: Die Online-Kampagne war ein spontaner Einfall, der am Montagmorgen in unserem Internetteam entstanden ist und in nur wenigen Stunden umgesetzt wurde. Ich fand das eine tolle Idee. Die Resonanz war sensationell: Die Zugriffe auf unsere Internetseite haben sich in ganz kurzer Zeit verdreifacht.
SPIEGEL: Sie nutzen die Politikverdrossenheit nicht zum ersten Mal für Ihr Marketing aus.
Sixt: Man sollte das nicht so verbissen sehen. Werbung muss Spaß machen. Sie darf tagespolitische Ereignisse aufgreifen und satirisch aufbereiten. Das hat sogar der Bundesgerichtshof in einem wegweisenden Grundsatzurteil festgestellt, das wir gegen den früheren Kurzzeit-Finanzminister Oskar Lafontaine erwirkt haben. Ich bekenne allerdings, dass viele Politiker die Satire geradezu herausfordern - gut für uns.
SPIEGEL: Nach Angela Merkel trifft es erneut eine Politikerin. Ist es mit Männern weniger witzig?
Sixt: Wir machen da keine Unterschiede, auch Männer sind vor uns nicht sicher. Bestes Beispiel ist Gerhard Schröder. Dem wurde vor Jahren einmal ein politischer Zickzackkurs nachgesagt. Wen hätte man somit Besseres in einer Anzeige abbilden können, die für Fahrzeuge mit Navigationssystemen wirbt? Der Text dazu: "Sixt hat Autos für Leute, die noch nicht genau wissen, wo sie hinwollen."

DER SPIEGEL 32/2009
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