07.09.2009

UMWELTLeiden für die Ökolampe

Was in Europa das Klima schützen soll, sorgt in China für Angst vor Gesundheitsschäden. Nach einer EU-Direktive werden seit vergangener Woche keine 100-Watt-Glühbirnen mehr verkauft, bis zum September 2012 will Brüssel nach und nach alle herkömmlichen Glühbirnen aus dem Verkehr ziehen. Dadurch steigt die Nachfrage nach Energiesparlampen; und einer der größten Produzenten der Ökobirnen ist China. Der Haken daran: Für ihre Herstellung wird das giftige Schwermetall Quecksilber benötigt. Nun werden etliche alte Quecksilberminen wieder geöffnet, in denen Arbeiter unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen schuften - ohne Sicherheitsvorkehrungen oder Schutzkleidung, wie die britische "Times" berichtet. In chinesischen Internetforen ist nun eine Debatte entbrannt. Das populäre chinesische Internetportal Tianya-Club zum Beispiel brachte schon vor einer Weile die Schlagzeile: "Gute Elektrobirnen, schlecht für die Arbeit". Besonders grob sollen Lampenfabriken in der südlichen Exportregion Guangdong den Schutz ihrer Beschäftigten vernachlässigen. Häufig würden die Bosse ihre Arbeiter nicht darüber aufklären, mit welch hochgiftigem Stoff sie hantieren.

DER SPIEGEL 37/2009
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