26.09.2009

SIEMENSEx-Vorstände wappnen sich gegen Klage

Auf harte Verhandlungen mit früheren Top-Managern muss sich der Siemens-Aufsichtsrat einstellen. Am Mittwoch hatte das Kontrollgremium sieben Altvorständen ein Ultimatum ausgesprochen: Bis Mitte November sollen sie Schadensersatz leisten als Wiedergutmachung für die zurückliegende Korruptionsaffäre, ansonsten drohen ihnen Klagen. Wie enge Vertraute des ehemaligen Konzernchefs und Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer berichten, halten er selbst, aber auch etliche seiner früheren Kollegen die Abstufung der geforderten Summen zwischen 500 000 und 6 Millionen Euro für völlig willkürlich. So sollen angebliche Mitläufer wie die Ex-Vorstände Edward Krubasik, Rudi Lamprecht und Klaus Wucherer lediglich 500 000 Euro zahlen, obwohl laut Aktiengesetz der Vorstand als Gesamtgremium für die Geschäftspolitik verantwortlich ist. Zudem seien gerade diese drei Männer für die Überwachung von Regionen oder Bereichen zuständig gewesen, die sich als besonders korruptionsanfällig erwiesen. Auch die Höhe des angeblich entstandenen Milliardenschadens sei nicht korrekt errechnet worden. Manche der inzwischen ausgeschiedenen Siemens-Top-Manager fühlen sich ungerecht behandelt, weil sie in ihrer Amtszeit selbst massiv auf schärfere Schmiergeldkontrollen und -sanktionen drängten. Einige von ihnen wollen sich nach dem angedrohten Ultimatum notfalls sogar von Siemens verklagen lassen, um ihre Reputation wiederherzustellen. Deshalb bereiten sie sich sicherheitshalber schon auf einen möglichen Prozess vor.

DER SPIEGEL 40/2009
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