26.09.2009

SIMBABWERaus aus der Regierung?

Während Simbabwes Präsident Robert Mugabe bei der Uno-Vollversammlung in New York beweisen wollte, dass er die Zügel noch immer in der Hand hält, versinkt sein Land tiefer im Elend. Davon konnte sich jüngst eine EU-Delegation unter der schwedischen Ministerin Gunilla Carlsson persönlich überzeugen. Vor gut einem Jahr war eine Machtteilung zwischen Mugabe und seinem Widersacher Morgan Tsvangirai verabredet worden. Doch kaum eine der Vereinbarungen wurde umgesetzt. Die versprochene Rückzahlung von Schulden an den Internationalen Währungsfonds ist ausgeblieben, die Medien bleiben der Zensur unterworfen, Mugabes Partei Zanu-PF blockiert eine neue Verfassung. Nach wie vor werden Ländereien der letzten weißen Großbauern von Mugabes Generälen und Parteifunktionären besetzt oder geplündert, zudem haben seine Schergen nun ein Auge auf die privaten Tierreservate geworfen. Sie sind lukrativ, weil mit Safaris und Abschusslizenzen viel leichter Geld zu verdienen ist als mit zeit- und arbeitsintensiver Landwirtschaft. Safari-Anbieter werden gezwungen, Mugabe-Freunde zu beteiligen. Beim Zanu-Koalitionspartner MDC, der mit Tsvangirai immerhin den Premierminister stellt, ist die Frustration über die Blockadepolitik Mugabes groß. Die Spitze der MDC will in den kommenden Wochen in landesweiten Parteiversammlungen ausloten, ob sie das Abkommen mit Mugabe aufkündigen und die Regierung verlassen soll.

DER SPIEGEL 40/2009
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SIMBABWE:
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