07.12.2009

Plattform für Kleinstaatenfürsten

Nr. 48/2009, Kommentar: Das Übel des Bildungsföderalismus
Ich würde den Satz am Ende des Kommentars so umformulieren: Solche Eltern brauchen wir nicht! Zumeist endet bei den Eltern jedes prinzipielle Interesse an deutscher Bildungspolitik mit dem Schulabschluss des eigenen (!) Nachwuchses - schließlich sind es ja die Kinder der anderen, die dessen Vorankommen behindern. Wofür benötigt man eigentlich ein Abitur, wenn man damit am Ende doch nur als Diplom-Jodler arbeitet? Wie hoch ist der Anteil der Schüler, die sich nur aufgrund psychischer Unzulänglichkeiten ihrer Eltern durch das Abitur prügeln müssen? Schreien die Eltern dieser armen Kinder eventuell am lautesten in Hamburg?
GÖTTINGEN FLORIAN LAHMANN
In der Bildungspolitik geht es kaum noch um echte Inhalte, es geht um Ideologien. Die Schüler, die Eltern, die Schulen und erst recht die Lehrer sind dabei überhaupt nicht von Interesse. Im Fokus der Parteien steht ausschließlich die Selbstdarstellung, wofür sie allem Anschein nach den Bildungsbereich für besonders geeignet halten. Der bedingungslose Föderalismus gibt jedem Kleinstaatenfürsten die Plattform dafür.
PREETZ (SCHL.-HOLST.) UWE LÜTJOHANN
Statt auf nationale Bildungsstandards sollten sich Bund und Länder lieber darauf verständigen, dass die Schüler und Lehrer nicht bereits im Primarschulbereich über Prüfungen in ihrem Lernerfolg überwacht und durch Versetzungsdruck drangsaliert werden. Schule sollte wieder als Ort der Muße und der Entfaltung individueller Fähigkeiten ohne staatliche Bevormundung verstanden werden. Erziehung zur Selbsterziehung und freien Selbstbestimmung, das wäre zukunftsträchtig. Setzt Eltern, Kinder und Lehrer in die Sättel, reiten werden sie schon lernen. Den Politikern möge der lederne Feierabendsessel genügen.
HAMBURG MATHIAS VIERL

DER SPIEGEL 50/2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 50/2009
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Plattform für Kleinstaatenfürsten

  • Videoreportage zu seltenen Krankheiten: Der Feind im meinem Körper
  • Wir drehen eine Runde - Kia Stonic: Koreanische Kakophonie
  • Webvideos: Achtung, Gletscher kalbt!
  • Videoreportage zu seltenen Krankheiten: "Du denkst, das Kind stirbt"