07.12.2009

Manko bei den „Helfern“

Nr. 48/2009, Einsamkeit: Wie sich Witwen und Witwer in Selbsthilfegruppen auf ein neues Leben vorbereiten
Ich danke Ihnen für diesen Artikel, den ich - nach 42 Ehejahren seit einem halben Jahr Witwe - nur mit tränenblinden Augen lesen konnte. Mir ist bewusst geworden, dass es viele Leidensgefährten gibt. Irgendwie hilft mir das und macht mir Mut, auch wenn ich nicht vergessen kann, dass ich die letzten Worte meines Mannes nicht verstanden habe, weil er nicht mehr richtig sprechen konnte. Ich wüsste zu gerne, was er mir noch hatte sagen wollen.
BERLIN MONIKA BUCHMANN
Eine Lebenswirklichkeit wurde bei Ihnen komplett ausgeblendet: die Bedeutung des Glaubens für viele Trauernde. In Deutschland wird die Mehrheit der Menschen kirchlich beerdigt. Viele Menschen kennen diesen Trost, kennen auch Zweifel und brauchen die Zusprache von anderen Christen. Am Ewigkeitssonntag, der auch Totensonntag genannt wird, sind die Kirchen jedes Jahr gut gefüllt. Die Gemeinde ist geladen, der während des vergangenen Kirchenjahres verstorbenen Gemeindemitglieder zu gedenken, für sie zu beten und gemeinsam zu trauern. Ganz schön verrückt, oder?
NIENBURG/WESER (NIEDERS.) DR. JOHANNA GRONAU
Es geht mir wie Ilka Reineke. Ich würde meine Seele verkaufen, nur um meinen Mann wieder bei mir zu haben, ob als Pflegefall oder wie er vorher war, mit all den Höhen und Tiefen unserer Ehe. Auch auf Seiten der "Helfer" gibt es in Deutschland ein Manko. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die die Trauernden in den Arm nimmt, ein bisschen Menschlichkeit zeigt und einem das Gefühl des Verlorenseins auch nur für Sekunden nimmt.
OBERURSEL (HESSEN) MARION MAREK

DER SPIEGEL 50/2009
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